13.03.2014
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RhönEnergie-Experte spricht "Klartext" über Energiewende
Fulda
Der Vortragsraum des Informationszentrums der RhönEnergie war am Mittwochabend voll besetzt, als Experte Ralf-Stefan Stöppler in seinem Vortrag "Die Energiewende – Klartext!" zum Teil provokante Thesen aufgestellt hat. Hier sind die fünf markantesten.

1. Der Netzausbau wird richtig teuer
Die Schätzungen für die Kosten bewegen sich laut Ralf-Stefan Stöppler zwischen 27,5 und 42,5 Milliarden Euro. Darüber hinaus fielen in den Privathaushalten circa sieben Milliarden Euro für 50 Millionen "intelligente Stromzähler" an, die nicht nur den einfließenden, sondern auch den ausfließenden Strom aus der Eigenproduktion messen.

2. Die Politik setzt die Ziele und lässt andere zahlen
"Etwa die Hälfte des Strompreises geht an die Umlage", erklärt Stöppler. Ein weiteres Viertel werde für den Transport benötigt, und lediglich das letzte Viertel entspreche dem eigentlichen Strompreis. Die von der Politik gewollte Entlastung der Industrie spiele dabei eine entscheidende Rolle, so der Experte. Im Verhältnis zum Gesamtstromverbrauch der Industrie werde lediglich auf 47 Prozent die volle EEG-Umlage gezahlt. Der normale Verbraucher müsse die Zeche zahlen. Stöppler schätzt, dass rund 2,1 Cent pro Kilowattstunde allein auf diese Schonung der energieintensiven Unternehmen zurückgeht.

3. Energieunabhängigkeit geht nicht auf

Da weder Wind noch Sonne planbar und eine Speicherung des Stroms im großen Stil noch nicht möglich seien, könne eine Energieautarkie nicht erreicht werden, meint Stöppler. "Die Netzsolidarität – die auch konventionelle Kraftwerke beinhaltet – muss den Ausgleich schaffen."

4. Kraftwerke lohnen sich nicht, werden aber trotzdem gebraucht
Konventionelle Kraftwerke seien notwendig, wenn einmal nicht die Sonne scheint oder der Wind weht, sagt Stöppler. Dennoch könnten sie nun oftmals nicht mehr wirtschaftlich arbeiten, da die erneuerbaren Energien grundsätzlich Vorrang bei der Einspeisung hätten, und so die Konventionellen oft leer ausgingen. "Das ist wie eine Feuerwehr, die nur bezahlt wird, wenn es brennt", bringt es Stöppler auf dem Punkt. Da die systemrelevanten Kraftwerke aber weiterlaufen müssten, erhielten die Betreiber Prämien, die wieder auf das Netzentgelt entfielen.

5. Kosten für die Energiewende werden noch mehr den Endverbraucher belasten
Wegen des Ausbaus der Netzes, der Kapazitätsprämien und des Speicherproblems prognostiziert Stöppler weiter wachsende Strompreise. "Die Frage ist nur, wie schnell sie steigen", meint er. / sts

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