25.03.2015
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Nächste Aktion gegen Flüchtlingsheim in Rückers? Radmuttern an Auto gelockert
Rückers
Unfassbar! Dem Anschein nach haben Gegner einer Unterkunft für Flüchtlinge im Fliedener Ortsteil Rückers (Landkreis Fulda) an dem Wagen des betreffenden Hausbesitzers die Radmutter gelockert. Der Mann bemerkte rechtzeitig, dass an den Rädern manipuliert worden war. Es kam zu keinem Unfall.

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Lars Streiberger auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt. Und: Laut Streiberger könne es einen Zusammenhang mit den Aktionen gegen die Flüchtlingsunterkünfte geben.

Bereits Ende Januar, Anfang Februar hatten Unbekannte in Rückers Flugblätter verteilt, mit denen sie Stimmung gegen Flüchtlinge machten. Dabei erhoben sie schwere Vorwürfe gegenüber Hausbesitzer, die eine Immobilie für Asylanten umbauen möchten. Mitte März waren ähnlich geartete Flugblätter in Neuhof (Landkreis Fulda) verteilt worden, in denen Unbekannte Ängste mit Vorverurteilungen gegen Flüchtlinge schürten, die ab Mai in der Gemeinde untergebracht werden sollen.

In der vergangenen Woche vergriffen sich dann Unbekannte an der Mariengrotte in Rückers. Sie beschädigten Symbole des Glaubens, brannten Löcher in die Altartischdecke und beschmierten sie mit Hakenkreuzen. Am vergangenen Wochenende randalierten zudem Unbekannte auf dem Schulhof der Rückerser Grundschule in der Fliedener Straße.

Die Polizei geht in dem zuletzt genannten Fall aber davon, dass es sich um eine Tat “ohne politischen Hintergrund” handelt. “Nichts deutet auf einen Zusammenhang mit den Aktionen gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft hin”, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Täter warfen demnach mit Steinen die Scheibe der Eingangstür ein. Zudem zündeten sie eine kleinere Menge Papier und Holzstückchen an und verteilten auf dem gesamten Schulhof Nägel.

Bei der Tat mit den gelösten Radmuttern am Auto des Flüchtlingheimbesitzers verfolgt die Staatsanwaltschaft indes noch verschiedene Ermittlungsansätze. Allerdings habe sich der Mann erst relativ spät bei der Polizei gemeldet, sodass die Spurenlage nicht so einfach sei, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Polizei bittet um Hinweise zu den Straftaten an das Polizeipräsidium Osthessen unter der Telefonnummer (0661) 1050, jede andere Polizeidienststelle oder über die Onlinewache. / sar

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