11.11.2015
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Alte Bahnstrecke zwischen Jossa und Wildflecken wird vorerst nicht Radweg
Sinntal
Ob aus der alten Bahnstrecke zwischen Jossa und Wildflecken ein Fahrradweg werden kann, wurde bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter erneut thematisiert.

Von unserem Redaktionsmitglied Julia Kreß

Die CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung hatte im Februar 2012 einen Antrag an die Vertreter gestellt „betreffend der DB-Nebenstrecke Jossa nach Wildflecken/Fernradweg Rhön-Sinntal“. Damals fassten die Sinntaler Gemeindevertreter einen Beschluss, drei wichtige Fragen zu diesem Thema zu klären. Nun – nach dreieinhalb Jahren – konnte Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) den Antrag beantworten.

Geklärt werden sollte unter anderem der derzeitige Stand des Entwidmungsverfahrens beim Eisenbahn-Bundesamt. „Das Bundesamt bearbeitet derzeit das 2014 gestellte Verfahren“, erläuterte Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD). „Eine Antwort haben bisher aber nur die fränkischen Kollegen erhalten“, informierte Ullrich. In Zeitlofs’ Schreiben des Eisenbahn-Bundesamt heißt es, dass „Stellungnahmen der Sinntal-Kreuzbergbahn, der Bahnbetriebsgesellschaft Stauden und von Hessen Mobil, Straßen- und Verkehrsmanagement“ eingegangen seien.

In diesen sei im Wesentlichen angeführt worden, dass sich „Hessen für den hessischen Teil eine Trassensicherung im Regionalplan Südhessen vorgenommen hat, um die Chance auf Reaktivierung zu wahren (...). 2011 hat es sich gegen Rückbau des hessischen Streckenteils ausgesprochen“.

Bürgermeister: Eingriff in Natur kann zum Problem werden

„Zudem sehe das Land Hessen Potenzial für eine Reaktivierung der Gesamtstrecke etwa mit touristischen Fahrten”, zitierte Ullrich. Ob es auch eine Anhörung im Sinntaler Entwidmungsverfahren gegeben habe, könne der Bürgermeister nicht sagen.

Auf die Frage des Antrages, ob planungsrechtlich ein Radweg auf der Trasse mit Anschluss an Zeitlofs und den bestehenden Radweg Altengronau-Jossa angelegt werden könne, äußerte sich Sinntals Bürgermeister zurückhaltend. „Die Bahn beabsichtigt nur den Rückbau der Gleise, nicht des Schotterbetts“, so Ullrich. Wegen des enormen Bewuchses der Trasse sei eine Umfunktionierung nicht ohne Weiteres möglich. „Ein großes Problem ist der damit verbundene Eingriff in die Natur und Landschaft“, bemerkte der Bürgermeister.

Zum Schluss beantwortete Ullrich die Frage nach der Kooperationsbereitschaft aus Zeitlofs. „Sie haben keinerlei Anstrengung zur Reaktivierung der Bahnstrecke. Die Zeitlofser hoffen auf einen baldigen Bau des Radweges.“ Der letzte Satz sorgte aufgrund der bereits investierten Mühen und der bislangen Dauer für Erheiterung bei den Gemeindevertretern.

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