08.01.2016
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Statt Weihnachtsgeschenk: Googles früherer Deutschland-Chef spricht beim Jahresauftakt der Genobank
Künzell
Die faszinierende, aber auch besorgniserregende Welt des Internets stand im Mittelpunkt eines Vortragsabends, zu dem die VR Genossenschaftsbank Fulda eG am Donnerstag 750 Kunden in das Gemeindezentrum Künzell eingeladen hatte – anstelle eines Weihnachtsgeschenks, wie Vorstandssprecher Manfred Gerhard erklärte.

Von unserem Redaktionsmitglied Christiane Hartung

Referent Christian Baudis, früherer Deutschland-Chef von Google, stellte eines schnell klar: „Wir leben bereits in einer transparenten Welt. Damit müssen wir uns leider abfinden. Wir können nicht so tun, als ob wir das Internet einfach abschalten könnten“, sagte der Spitzenmanager (51), der zu dem Thema „Suchmaschinen, Social Media, Video, Blogs und Foren – Was sie schon immer wissen wollten“ sprach.

„Die großen Vier“ – Apple, Amazon, Facebook und Google – bildeten den roten Faden des Vortrags. Google stehe für Vermessung, Facebook für Vernetzung und Apple für Verbreitung. Beispielsweise ließen sich mit Google Traffic Staus perfekt einschätzen – wozu das Unternehmen auf Geo-Daten der Handys zurückgreife. „Wir werden in einer Welt leben, die wesentlich transparenter wird.“.

Durchschlagender Erfolg des iPhones

„Die Facebook-Welt ist von einer gewissen Selbstdarstellung geprägt“, sagte Baudis. „Mit solchen Daten sollte man vorsichtig sein. Und vor allem: In einer so öffentlichen Welt sollte man sich immer gut darstellen.“ Schattenseite sei, dass durch die dauernde Erreichbarkeit eine gewisse Erwartungshaltung generiert werde. „Wir wollen schnelle Antworten von unseren digitalen Gesprächspartnern.“

Als durchschlagenden Erfolg führte Baudis das iPhone an, das sich seit 2007 auf dem Markt befindet. Trotz der Fehleinschätzung des damaligen Microsoft-Chef Steve Ballmer, dass ein Endgerät ohne Tastatur niemand kaufe. „Das Ergebnis ist, wir haben so viele Daten, dass wir nicht mehr wissen, wo wir sie abspeichern sollen.“

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