31.01.2016
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120.000 Fotos auf der Festplatte: Ex-Lehrer der Odenwaldschule wegen Kinderpornos vor Gericht
Bensheim/Heppenheim
Vor fast zwei Jahren waren bei einem Lehrer der südhessischen Odenwaldschule Kinderpornos auf seinem privaten Computer entdeckt worden. Der 34-Jährige steht deshalb am Mittwoch vor dem Amtsgericht Bensheim. Er soll rund 120.000 Fotos und etwa 150 Videos besessen haben - die Opfer der gezeigten Übergriffe waren meist Jungen.

Der Fall war im April 2014 bekanntgeworden. Ermittler durchsuchten damals die Wohnung des Lehrers auf dem Schulgelände. Der Mann soll über das Internet an die Bilder und Filme gekommen sein. Der Beschuldigte gab die Vorwürfe zu, die Schule entließ ihn.

Mittlerweile hat die Odenwaldschule den Betrieb eingestellt. An der Heppenheimer Schule waren vor Jahrzehnten systematisch Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Ein Abschlussbericht nennt als Zahl mindestens 132 Opfer. Inzwischen ist die Schule insolvent, Unterricht gibt es keinen mehr.

Der Fall des Lehrers hat mit dem 2010 an die Öffentlichkeit gelangten Missbrauchskandal an dem Reforminternat nichts zu tun. Allerdings wurde die Diskussion um die Zukunft der Odenwaldschule seinerzeit neu befeuert. Die Aufsichtsbehörden entschlossen sich, der Privateinrichtung streng auf die Finger zu klopfen und Veränderungen zu fordern. Schließlich musste die Schule im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden, auch weil zahlende Internatsschüler und damit Geld fehlten.

Der nun angeklagte Lehrer für Mathematik, Physik und Chemie war seit August 2011 an der Schule beschäftigt gewesen. Zunächst hatte es auch den Verdacht gegeben, er habe Schüler sexuell missbraucht. Ein Ermittlungsverfahren deswegen gegen ihn wurde aber eingestellt. Es hätten sich keine Hinweise bestätigt, hieß es. / dpa, kbk

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