„Ich habe jetzt die Unterlagen vernichtet, die lter als zehn Jahre sind. Da habe ich zufllig gesehen, dass wir 2002 im Januar 87 Cent fr einen Liter Diesel bezahlt haben, heute ist das ber 1,50 Euro“, klagt Edeltraud Engel vom Schlitzer Transportunternehmen Engel. Sie und ihr Ehemann Volker fahren einen Zweiachser-Lkw mit Wechselsystem, der als Kipper und als Sattelzug genutzt werden kann. Dieser MAN 18 440 (18 Tonnen, 440 PS) braucht hier im hessischen Mittelgebirge zwischen 35 und 45 Liter Diesel, je nach Gelnde. „Wir fahren berwiegend fr das Baugewerbe. Mit dem Kipper ist das mal Kies, Sand oder Abriss, mit dem Sattelzug setzten wir groe Baumaschinen um oder transportieren Beton-Fertigteile. Um die Maschinen auszulasten, fahren wir mittlerweile auch im Fernverkehr. Die Bezahlung ist immer unterschiedlich. Mal geht es auf Stundenlohn, mal nach Tonnen Gewicht, mal nach Entfernungskilometer“, erklrt Frau Engel. Das Transportunternehmen hat seine jeweilige Kalkulation, die regelmig berprft wird.
Fr den Fernverkehr haben sie sich einer Frachtbrse angeschlossen. Da zahlen sie eine monatliche Gebhr fr die Software. „Wenn man dadurch Ladung fr die Rckfahrt von einem anderen Auftrag bekommt, rechnet sich das. Gert man allerdings in einen Stau, oder muss eine Umleitung gefahren werden, kann die ganze Kalkulation schon wieder kippen“. Der Benzinpreis ist ein betriebswirtschaftlicher Posten von vielen. Der wchst zwar stndig, doch er trifft die Konkurrenz genauso. Edeltraud Engel sieht das ganz nchtern aus Sicht der Buchhalterin. „2009 hatten wir drei Lkw fahren und genau so hohe Spritkosten wie 2010 mit zwei Lkw“, zieht sie einen Vergleich.
Von der Kunst des Verknpfens
Den Fahrpreis durch eine neue Kalkulation stndig an neue, hhere Spritpreise anpassen, kann Burkhard Alles nicht. Der Inhaber des Schlitzer Taxi-Unternehmens Fritsch kann nur alle vier Jahre neue Preise bei der Stadt beantragen und die muss sie genehmigen. Diese vier Jahre sind Ende 2012 abgelaufen. „Sicher, da knnte ich neue Preise beantragen. Viele Leute sehen den Preis aber jetzt schon als zu hoch an. Wer fhrt dann berhaupt noch Taxi?“ fragt er. Gut 400-500.000 km fahren seine fnf Wagen zusammen im Jahr. Die wenigsten Fahrten sind „normale Taxifahrten“.
berwiegend sind es Krankentransporte von und zu Kliniken.
Darunter sind auch Liegend- und Tragestuhl-Transporte, fr die er ein spezielles Fahrzeug bentigt. Auch bei den Krankentransporten hat Burkhard Alles keinen Einfluss auf die Preisgestaltung. Hier werden die Vertrge mit den Krankenkassen von einem Fachverband ausgehandelt. Das war letztmalig 2004. Da kostete der Liter Diesel so um einen Euro. „Das ist nicht mehr wirtschaftlich“, rechnet er vor.
Das Problem ist mit der Firma Engel vergleichbar. „Fahre ich jemanden in eine Klinik und kann auf der Rckfahrt einen anderen mitnehmen, rechnet sich das. Muss ich leer zurck, kann ich gerade so die Kosten decken“. Die Kunst (der Verdienst) liegt im Organisieren. Das Schlitzer Taxiunternehmen fhrt aber Linie. Als so genanntes ALT, „Anruf-Linien-Taxi“, fhrt es die Strecke der Linie 393 von Bad Salzschlirf ber Schlitz nach Unter-Wegfurth und von Lauterbach ber Schlitz nach Unter-Wegfurth. Das Taxi ersetzt da in verkehrsschwachen Zeiten den Linienbus und sorgt so fr ein wirtschaftliches Nahverkehrsnetz. Burkhard Alles erklrt: „Wir fahren zu den normalen Abfahrtszeiten, die auf den Fahrplnen an den Haltestellen aushngen.
Die spteren Zeiten sind darauf mit „ALT“ gekennzeichnet. Das heit, derjenige, der zu einer solchen, spteren Zeit fahren mchte, muss uns sptestens eine Stunde vor Abfahrt anrufen und uns sagen, wo er losfahren will. Wir holen ihn dort an der Haltestelle ab und fahren ihn bis zum angegebenen Zielort. Das alles zum ganz normalen Fahrpreis des Linienbusses. Dieser Preis wird an uns entrichtet. Hat die Person einen Wochen- oder Monatskarte, muss er uns lediglich eine Fahrtbescheinigung unterschreiben, wir rechnen dann mit der regionalen Verkehrsgesellschaft ab. Die Jugendlichen kennen sich mit diesem System ganz prima aus und nutzen das. lteren ist das weniger bekannt, oder die Scheu davor ist grer. Hier, so denke ich, besteht noch Aufklrungsbedarf“.
Spritpreis ist Kostenfaktor Nummer eins
„Wir zahlen mittlerweile mehr fr Sprit, als fr die Gehlter unserer Angestellten“, bringt Reinhard Schfer die Kostenfalle auf den Punkt. Sein Bruder Martin und er leiten das Pfordter Busunternehmen. Insgesamt haben sie bis zu 17 Stck fahren, vom Kleinbus bis zum komfortablen, groen Reisebus. Schfer fhrt Linien- und Schulbusverkehr, bietet Tagesreisen und Mehrtagestouren an. Beim Linien- und Schulbusverkehr ist die Firma natrlich an laufende Vertrge gebunden.
Bei den angebotenen Tagesreisen und Mehrtagestouren arbeiten die Reiseprofis gerade an dem Programmangebot fr das nchste Jahr. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man nicht mal wei, wie teuer der Sprit morgen ist. „Was kostet Diesel in einem Jahr? Mssen wir eine Benzinpreis-Klausel in die Reisevertrge aufnehmen?“ Fragen, die sich die beiden Firmeninhaber jetzt stellen mssen, um das Unternehmen und die Arbeitspltze auch im nchsten Jahr zu erhalten. Natrlich nutzt man alle Rabattkarten fr Sprit, aber gerade bei den Reisen mssen die Fahrer oft auswrts tanken.
„Uns hat der hhere Spritpreis im vergangenen Jahr 75.000 Euro gekostet, das haben wir durch einen hheren Umsatz aufgefangen“, stellt Reinhard nchtern fest. „Dennoch fehlt das Geld beim Betriebsgewinn und somit bei den Rcklagen fr Investitionen“. Probleme, die sich durch Jammern an der Zapfsule nicht lsen lassen. Gejammert hat von den drei Schlitzerlnder Firmeninhabern keiner. Sie denken nach, suchen nach innovativen Lsungen, sind in ihrem jeweiligen Markt gut aufgestellt und bekannt fr Zuverlssigkeit und Qualitt. Das wird sich auch in Zukunft durchsetzen.
Fr den Fernverkehr haben sie sich einer Frachtbrse angeschlossen. Da zahlen sie eine monatliche Gebhr fr die Software. „Wenn man dadurch Ladung fr die Rckfahrt von einem anderen Auftrag bekommt, rechnet sich das. Gert man allerdings in einen Stau, oder muss eine Umleitung gefahren werden, kann die ganze Kalkulation schon wieder kippen“. Der Benzinpreis ist ein betriebswirtschaftlicher Posten von vielen. Der wchst zwar stndig, doch er trifft die Konkurrenz genauso. Edeltraud Engel sieht das ganz nchtern aus Sicht der Buchhalterin. „2009 hatten wir drei Lkw fahren und genau so hohe Spritkosten wie 2010 mit zwei Lkw“, zieht sie einen Vergleich.
Von der Kunst des Verknpfens
Den Fahrpreis durch eine neue Kalkulation stndig an neue, hhere Spritpreise anpassen, kann Burkhard Alles nicht. Der Inhaber des Schlitzer Taxi-Unternehmens Fritsch kann nur alle vier Jahre neue Preise bei der Stadt beantragen und die muss sie genehmigen. Diese vier Jahre sind Ende 2012 abgelaufen. „Sicher, da knnte ich neue Preise beantragen. Viele Leute sehen den Preis aber jetzt schon als zu hoch an. Wer fhrt dann berhaupt noch Taxi?“ fragt er. Gut 400-500.000 km fahren seine fnf Wagen zusammen im Jahr. Die wenigsten Fahrten sind „normale Taxifahrten“.
berwiegend sind es Krankentransporte von und zu Kliniken.
Darunter sind auch Liegend- und Tragestuhl-Transporte, fr die er ein spezielles Fahrzeug bentigt. Auch bei den Krankentransporten hat Burkhard Alles keinen Einfluss auf die Preisgestaltung. Hier werden die Vertrge mit den Krankenkassen von einem Fachverband ausgehandelt. Das war letztmalig 2004. Da kostete der Liter Diesel so um einen Euro. „Das ist nicht mehr wirtschaftlich“, rechnet er vor.
Das Problem ist mit der Firma Engel vergleichbar. „Fahre ich jemanden in eine Klinik und kann auf der Rckfahrt einen anderen mitnehmen, rechnet sich das. Muss ich leer zurck, kann ich gerade so die Kosten decken“. Die Kunst (der Verdienst) liegt im Organisieren. Das Schlitzer Taxiunternehmen fhrt aber Linie. Als so genanntes ALT, „Anruf-Linien-Taxi“, fhrt es die Strecke der Linie 393 von Bad Salzschlirf ber Schlitz nach Unter-Wegfurth und von Lauterbach ber Schlitz nach Unter-Wegfurth. Das Taxi ersetzt da in verkehrsschwachen Zeiten den Linienbus und sorgt so fr ein wirtschaftliches Nahverkehrsnetz. Burkhard Alles erklrt: „Wir fahren zu den normalen Abfahrtszeiten, die auf den Fahrplnen an den Haltestellen aushngen.
Die spteren Zeiten sind darauf mit „ALT“ gekennzeichnet. Das heit, derjenige, der zu einer solchen, spteren Zeit fahren mchte, muss uns sptestens eine Stunde vor Abfahrt anrufen und uns sagen, wo er losfahren will. Wir holen ihn dort an der Haltestelle ab und fahren ihn bis zum angegebenen Zielort. Das alles zum ganz normalen Fahrpreis des Linienbusses. Dieser Preis wird an uns entrichtet. Hat die Person einen Wochen- oder Monatskarte, muss er uns lediglich eine Fahrtbescheinigung unterschreiben, wir rechnen dann mit der regionalen Verkehrsgesellschaft ab. Die Jugendlichen kennen sich mit diesem System ganz prima aus und nutzen das. lteren ist das weniger bekannt, oder die Scheu davor ist grer. Hier, so denke ich, besteht noch Aufklrungsbedarf“.
Spritpreis ist Kostenfaktor Nummer eins
„Wir zahlen mittlerweile mehr fr Sprit, als fr die Gehlter unserer Angestellten“, bringt Reinhard Schfer die Kostenfalle auf den Punkt. Sein Bruder Martin und er leiten das Pfordter Busunternehmen. Insgesamt haben sie bis zu 17 Stck fahren, vom Kleinbus bis zum komfortablen, groen Reisebus. Schfer fhrt Linien- und Schulbusverkehr, bietet Tagesreisen und Mehrtagestouren an. Beim Linien- und Schulbusverkehr ist die Firma natrlich an laufende Vertrge gebunden.
Bei den angebotenen Tagesreisen und Mehrtagestouren arbeiten die Reiseprofis gerade an dem Programmangebot fr das nchste Jahr. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man nicht mal wei, wie teuer der Sprit morgen ist. „Was kostet Diesel in einem Jahr? Mssen wir eine Benzinpreis-Klausel in die Reisevertrge aufnehmen?“ Fragen, die sich die beiden Firmeninhaber jetzt stellen mssen, um das Unternehmen und die Arbeitspltze auch im nchsten Jahr zu erhalten. Natrlich nutzt man alle Rabattkarten fr Sprit, aber gerade bei den Reisen mssen die Fahrer oft auswrts tanken.
„Uns hat der hhere Spritpreis im vergangenen Jahr 75.000 Euro gekostet, das haben wir durch einen hheren Umsatz aufgefangen“, stellt Reinhard nchtern fest. „Dennoch fehlt das Geld beim Betriebsgewinn und somit bei den Rcklagen fr Investitionen“. Probleme, die sich durch Jammern an der Zapfsule nicht lsen lassen. Gejammert hat von den drei Schlitzerlnder Firmeninhabern keiner. Sie denken nach, suchen nach innovativen Lsungen, sind in ihrem jeweiligen Markt gut aufgestellt und bekannt fr Zuverlssigkeit und Qualitt. Das wird sich auch in Zukunft durchsetzen.