19.04.2012
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Haupttagung der Gemeinschaft Katholischer Mnner Deutschlands
Sieben Portrts pflegender Mnner verschiedener Herkunft, alte und junge, stellte Dr. Andreas Ruffing vor, der Leiter der Kirchlichen Arbeitsstelle fr Mnnerseelsorge und Mnnerarbeit in den deutschen Dizesen in Fulda. In den beeindruckenden Lebensbildern wurden viele existentielle und spirituelle Dimensionen deutlich. Anschlieend ergaben sich Gesprche in kleinen Gruppen, aus denen dann Stichworte zum Nachdenken fr die Pinnwand formuliert wurden.
Sein Thema „Pflege ist mnnlich!“ hatte Professor Dr. Manfred Langehennig von der Fachhochschule Frankfurt bewusst mit einem Ausrufezeichen versehen, wie er betonte, denn pflegende Mnner riefen immer noch berraschung hervor. Dabei nhme ihre Zahl zu. Sie holten sich oft professionelle Hilfe von auen. Die Pflege von Angehrigen sei mehr als pflegerische Ttigkeit, sie umfasse auch Putzen, Kochen, Einkaufen, Organisieren; Langehennig nannte dies „Sorge-Arbeit“.

Mnner sprchen von Arbeit, von Management, empfnden es als technische Herausforderung. Dabei knnten ihnen Berufserfahrungen von Nutzen sein. Langehennig berichtete von Verbesserungsideen bei der Pflege, die fr den speziellen Fall entwickelt worden seien, zum Beispiel eine Art „Hngematte“ fr seine im Wachkoma liegende Frau. Nicht selten wrden diese Konstruktionen dann von Spezialfirmen nachgebaut. Ein gewisser Produzenten-Stolz sei durchaus verstndlich. Und auerdem htten sie keine Scheu vor unangenehmen Ttigkeiten.

Die bernahme der Pflege werde als enormer Einschnitt, als Paradigmenwechsel beschrieben, verbunden mit einer positiven Persnlichkeitsnderung, „vom Begreifen, was Nhe ist“, wie Langehennig einen Mann zitierte, den er befragt hatte. Sie seien mit ihrem Leben zufrieden, auch wenn sie das Schicksal hart treffe, wrden emotionale Kompetenzen entwickeln, empfnden ihr Tun nicht nur als Belastung.

kumenische Kooperation

Langehennig empfahl „Mnner-Rume“ zum Erfahrungsaustausch zu schaffen, sie vielleicht als „Werkstattgesprch fr Mnner in der Angehrigenpflege“ zu bezeichnen, um beim Titel keine abschreckende Wirkung zu erzielen. Weiterbildungsangebote seien notwendig, um fr Krankheiten zu sensibilisieren.

Auerdem regte er an, Mnner als ehrenamtliche ambulante Helfer zu gewinnen; ferner knne ein „Pflege-Mix“ zwischen Frauen und Mnnern hilfreich sein, um deren jeweils spezifischen Sachverstand zu nutzen und zu ergnzen.
Zu Beginn hatte der Prsident der Gemeinschaft Katholischer Mnner Deutschlands, Franz-Josef Schwack (Osnabrck), ein Gruwort des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen verlesen, der das Thema hchst gegenwartsnah nannte; die Pflege von Angehrigen sollte als eine erfllende Aufgabe wahrgenommen werden. Schwack wies auf ein gemeinsames Projekt mit der Evangelischen Mnnerarbeit hin, dessen Hauptgeschftsfhrer, Martin Rosowski (Hannover) als Gast teilnahm und die kumenische Kooperation als besonders wichtig bezeichnete.
Gunter Geiger, der Direktor des Bonifatiushauses, wnschte, von Fulda mchten viele Impulse ausgehen.
Am Nachmittag feierte der frhere Weihbischof in Fulda, Bambergs Erzbischof Professor Dr. Ludwig Schick und Beauftragter fr die Mnnerseelsorge in der Bischofskonferenz, mit den rund 40 Teilnehmern aus ganz Deutschland Eucharistie und nahm am Abend an einer Talkrunde teil.
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