20.04.2012
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Ausbildungsmarktkonferenz: zu wenig Bewerber fr regionale Betriebe
„Die Schere ffnet sich“, beschreibt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschftsfhrung der Agentur fr Arbeit Fulda, das Zahlenverhltnis von Ausbildungsstellen und den bei der Agentur gemeldeten Bewerbern. Mit 1712 Ausbildungsstellen in der ersten Hlfte des Ausbildungsjahres, bis Mrz 2012, wurde ein Plus von 4,7 Prozent zum Vorjahr (1661 Stellen) erzielt. Hingegen zhlte die Agentur mit 1302 Personen 4,1 Prozent weniger Bewerber als im vergangenen Jahr (1286 Personen). Im Hinblick auf die vergangenen 16 Jahre und vor allem im Vergleich zum Jahr 2005 ergebe sich ein umgedrehtes Verhltnis von Angebot und Nachfrage. „Momentan kommen 1,3 Pltze auf einen Bewerber“, sagt Dombrowski.
Bewerber und freie Stellen
Anzahl der Ausbildungsstellen: 1712
Gemeldete Bewerber: 1302
davon:
Fachhoch-, Hochschulreife: 223
Mittlere Reife: 616
Hauptschulabschluss: 411
Ohne Hauptschulabschluss: 23
Sonstige: 29
Ausbildungspltze:
Handel: 86
Hochbau: 54
Gastronomie: 53
Lebensmittelherstellung: 52
Lebensmittelverkauf: 50
Speisenzubereitung: 44
Verkauf: 42
Technisches Zeichnen, Konstruktion, Modellbau: 39
Bro und Sekretariat: 34
Maler, Stuckateur, Bauwerksabdecker, Bautenschutz: 32
Energietechnik: 32
Fahrzeugfhrer: 31
Klempnerei, Sanitr, Heizung, Klimatechnik: 30
Versicherungs- und Finanzdienstleistung: 30
/mel

Vor allem bei Metall- oder Bauberufen sei die Entwicklung dramatisch. Aber auch bisher beliebte Bereiche, wie kaufmnnische Dienstleistungen oder Buchhaltung und Verwaltung haben berschssige Pltzen. Die Entwicklung knnen IHK-Prsident Stefan Schunck und der Geschftsfhrer der Kreishandwerkerschaft, Manfred Schler, besttigen. Es wurden zwar mehr Ausbildungsvertrge abgeschlossen, als im vergangenen Jahr, einige Pltze blieben aber unbesetzt.

Die Betriebe reagierten mit gesteigerter Qualitt der Ausbildung auf den Wettbewerb um die Auszubildenden, sagt Schunck. Duale Studiengnge, verzahnt mit regionalen Unternehmen, die Bildungsmesse und Werbung an Schulen seien weitere Manahmen. Auch Frauen sollen ermutigt werden in sogenannte Mnnerberufe einzusteigen. Unternehmen wrden auch Vorteile, wie etwa die Finanzierung des Fhrerscheins oder Nutzung eines Dienstwagens, anbieten. „Das wird zunehmen“, sagt Schunck.

Dombrowski sieht aber im kommenden Jahr eine Entspannung der Lage. Durch die G8-Umstellung werden zwei Jahrgnge die Schule abschlieen. „Man sollte seine Chancen jetzt nutzen“, spricht er vor allem diejenigen an, die in diesem Jahr die Schule beenden, aber auch Menschen, die schon lnger ihre Schullaufbahn beendet haben und seither jobben.

Betriebe reagierten sehr kompromissbereit. „In diesem Jahr bekommen Menschen die Chance auf eine Ausbildung, die es vielleicht nchstes Jahr schwerer haben werden, wenn die Konkurrenz grer ist“, sagt Dombrowski. Schunk und Schler berichteten von ausbildungsbegleitenden Hilfen, wie internen Nachhilfeunterricht. „Wir knnen uns nicht leisten, auch nur einen Jugendlichen nicht zur Ausbildung anzunehmen“, bekrftigte Schunck.
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