06.06.2012
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Betrug in groem Stil oder alles Lgen?
Angeklagt waren eine Lebensberaterin aus Gelnhausen und ein 55-jhriger aus der Kreisstadt sowie ein 34-Jhriger aus Linsengericht-Geislitz. Diese sollten laut Anklage einer 71-jhrigen Schweizerin 1,5 Millionen Euro abgeknpft haben. Allerdings war dies nicht zu beweisen, weshalb alle drei Angeklagten freigesprochen wurden.

Die Schweizerin war zum Prozess nach Gelnhausen gereist und schilderte dem Gericht ihre Version. 2010 habe sie sich von ihrem Mann getrennt, der sie danach enorm unter Druck gesetzt und bedroht habe. Hilfe suchte die 71-Jhrige im Fernsehen und will dabei die Hauptangeklagte kennengelernt haben. Die Gelnhausenerin sei in einem privaten TV-Sender, der sich mit Astrologie und Esoterik beschftigt, als Lebensberaterin aufgetreten und soll der Schweizerin eine schlimme Zukunft prophezeit haben: Ihr Mann werde ihr das ganze Geld wegnehmen und sie in die Psychiatrie einweisen. „Ich kam in Panik“, suchte die Schweizerin in der Folge nach einem Ausweg. Den zeigte ihr die Lebensberaterin: Die 71-Jhrige sollte 85 Prozent (spter wurden es 50 Prozent) ihres Bargeldes nach Gelnhausen bringen und in einem Tresor bei der Lebensberaterin deponieren.

Diese soll erzhlt haben, schon einmal 17 Millionen Euro fr eine „Kundin“ verwahrt zu haben.
Damit begann das „Abenteuer“. Am 22. Oktober soll der 34-Jhrige die Dame in der Schweiz mit dem Auto abgeholt haben. Zuvor hatte diese ber zwei Millionen Schweizer Franken (zirka 1,5 Millionen Euro) aus Schliefchern geholt. Ihr Mann wisse davon bis heute nichts. Das Geld sei in Umschlgen verpackt und in einer Reisetasche verstaut worden.

In Gelnhausen angekommen, sei sie zunchst im Zimmer des Sohnes der Lebensberaterin im Keller einquartiert worden. „Pltzlich bekam ich Angst“, sei ihr erstmals bewusst geworden, in welcher Gefahr sie schweben knnte. Da sie die Notrufnummern in Deutschland nicht kannte, rief sie mitten in der Nacht einen anderen Lebensberater an, den sie auch aus dem Fernsehen kannte. Allerdings war dieser nicht bereit, nach Gelnhausen zu kommen und sie aus ihrer Lage zu befreien.

Nach Einnahme einer Schlaftablette war am nchsten Tag die Angst verflogen. Am Samstag habe die „Geldbergabe“ stattgefunden, die Briefumschlge sollen von der Lebensberaterin in eine Plastiktte gestopft worden sein. Seitdem fehle von dem Geld jede Spur. Am Sonntag habe der Geislitzer sie wieder in die Schweiz gefahren. Fr ihren Aufenthalt und den Fahrdienst will sie den Angeklagten 6000 Euro gegeben haben. Der mitangeklagte 55-Jhrige sowie der 34-Jhrige schwiegen whrend der Verhandlung. Die Hauptangeklagte war erst gar nicht erschienen: Sie schickte ihrem Anwalt eine Nachricht samt Attesten, wonach sie derzeit nicht reisefhig sei. Die E-Mail kam aus Florida.
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