09.06.2012
|
Saisonbilanz der A-Liga Schlchtern: Fast 1000 Tore gefallen
Ein gutes halbes Dutzend letztlich zu unbestndiger Verfolger schnupperte am Relegationsrang, bewies aber nicht den rechten Riecher. Dermaen durch die unmittelbare Konkurrenz frmlich eingeladen, ja gentigt, bernahm Aufsteiger SG Mottgers/Schwarzenfels nach einem Fehlstart mit nur einem Punkt aus den ersten fnf Spielen Platz zwei, scheiterte aber in der Relegation deutlich an Kreisoberligist Gundhelm/Hutten.

Was die Mannschaft von Trainer Michael Jger in der Liga wohl einzigartig macht, ist die personelle Struktur: Alle jammern ber Spielermangel, bei der SG es „zusammenrcken“, weil zumeist nicht alle sieben auf dem Spielberichtsbogen vermerkten Akteure auf der Auswechselbank Platz finden. Und fhrt ein Routinier wie Christian Beringer in den USA-Urlaub, dann schnrt eben Horst Stark wieder die halb schon an den Nagel gehngten Schuhe.

Derlei personellen Luxus kann sich die SG Altengronau/Jossa nicht leisten. Im Gegenteil: Beim Spiel gegen Veitsteinbach liefen fnf jener nun bei den Alten Herren aktiven Spieler auf, die bessere – sprich Bezirksoberligazeiten – im Sinntal gesehen haben. Dennoch darf Spielertrainer-Neuling Frederik Nau auf die mit Tabellenplatz drei abgeschlossene Spielzeit mit groer Zufriedenheit zurckblicken, hatte man doch in der Sommerpause 2011 vier Leistungstrger an andere Vereine abgeben mssen.

Hinter der SG Magdlos, die mit Rang vier ebenfalls positiv berraschte, belegte die nach der Winterpause arg enttuschende SG Weiperz Platz fnf. Bis Ende November verlor die Loder-Elf nicht eines der Spiele gegen die Topteams der Liga und war sogar gegen den spteren Meister Bellings (1:1 im Hinspiel, 2:2 im Rckspiel) in beiden Begegnungen nah dran am Sieg.

Weiperz schwchelte jedoch gegen die Kellerkinder und gestattete sogar dem bedauernswerten Schlusslicht Sterbfritz/Sannerz den ersten Sieg nach einem halben Jahr ohne Dreier. Die 2:3-Niederlage gegen Mottgers/Schwarzenfels an Ostern in letzter Minute nach eigener 2:0-Fhrung wird heute noch im Musikerdorf von vielen als sportlicher Genickbruch der Saison angesehen.

Einen solchen erlitt auch der SV Uttrichshausen, allerdings nur in Auswrtsspielen. Genoss die Elf des neuen Spielertrainers Jrgen Mott Heimrecht, dann berrannte man selbst Bellings mit einem 3:0-Blitzstart nach nur elf Minuten und siegte letztlich mit 4:3. Ein Sieg gegen Bellings gelang mit Flieden III auch jener Mannschaft, der Experten deutlich mehr zugetraut hatten. Doch was nutzt der Dreier gegen das Topteam der Liga, wenn man in der Woche zuvor gegen Kellerkind Niederkalbach 0:1 verliert?

Von derlei Formschwankungen war auch die TSV Weichersbach ber weite Strecken der Saison befallen. Ein abenteuerliches Torverhltnis von 74:66 sind Dokument hierfr. Mal knallte es vorne krftig wie beim 6:2-Sieg in Hohenzell am 12. August, dann bekam man hinten die Bude voll wie beim 2:6 gegen Schweben nur gut zwei Wochen spter.

Ausflle: Schweben und Schlchtern

Hinter der TSV Weichersbach (40 Punkte) folgen mit der SG Veitsteinbach, der SG Schlchtern/Elm und dem SV Schweben drei Vereine auf gleichem Punkteniveau und nur durch das Torverhltnis getrennt. Die Veitsteinbacher holten in der Vorrunde mit sieben Siegen in Folge das Maximum an Punkten vor heimischer Kulisse, waren jedoch laut Vorsitzendem Hugo Sorg die „Auswrtsdeppen der Liga“, weil es selbst in vierkpfiger berzahl beim Spiel in Schlchtern eine 0:2-Niederlage setzte.

Die SG Schlchtern/Elm und der SV Schweben gelten als die groen Enttuschungen der Saison. Ist Schlchtern/Elm mglicherweise ein Opfer des strapazisen Scheiterns in der Relegation zur Kreisoberliga Sd im Vorjahr? Einem solchen sportlichen Absturz hlt kaum ein Traineramt stand, und so trennte man sich von Coach Hugo Lingelbach. Schon frh erhielt der gebrtige Weichersbacher die Nachricht, dass die sportlichen Planungen ohne ihn und mit Payam Najmi laufen. Nach der Heimniederlage gegen Flieden III vollzog sich der eigentlich erst zum Saisonende geplante Wechsel dann abrupt.

Fr alle unerklrlich und kaum nachvollziehbar war auch der „Tiefflug“ des SV Schweben nach der Winterpause bei nur fnf Punkten aus elf Spielen. Einen solchen vorhergesagt hatte manch einer auch der SG Hohenzell. Doch dank einer Erfolgsserie von 16 Punkten aus sechs Spielen ohne Niederlage in Mrz und April verlie die SGH die Abstiegszone. Spielertrainer Jens Link und Strmer Matthias Schreiber waren mit ihren Toren die Garanten fr den Klassenerhalt.

Von vielen als Absteiger Nummer eins abgestempelt reichte es fr den TSV Heubach zu Platz 14. In der Relegation scheiterten die schwarz-gelbe Vereinsfarben tragenden Heubacher am „gleichfarbigen“ SV Marjo, der nun in der A-Liga antritt, whrend Heubach zur Fahrstuhlmannschaft mutiert.
Auch die Neuverpflichtung von Spielertrainer Kai Thiele nach der Winterpause rettete die SG Rckers II nicht vor dem sich andeutenden Abstieg. Vllig chancenlos war die SG Sterbfritz/Sannerz, die allzu frh resignierte und zum Schluss der Saison nicht einmal den Ehrgeiz aufbrachte, die 100-Gegentore-Marke zu unterschreiten, 101 waren es letztlich.

Tore fielen wahrhaft reichlich. Nur 29 „Buden“ fehlten zur 1000er-Schallmauer. Mehr als vier Tore pro Spiel, das kann sich sehen lassen und sucht im weiteren Fuball-Umkreis seinesgleichen. Wie bereits in der Vorsaison bewies der Veitsteinbacher Daniel Betz den besten Torriecher. Das durften auch die Spieler der Begegnung Magdlos gegen Altengronau/Jossa im torreichsten Spiel der Saison beim 5:6 mit Fug und Recht von sich behaupten.
Ziehen sie die Portlets mit der Maus um sie zu platzieren. (Drag'n Drop)
  • 1
    Videos
  • 2
    Videos