10.06.2012
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Chronik Burghaun ein Ort mit Geschichte wurde im Herrenhaus vorgestellt
„Das Jubilum soll sich nicht auf ein Fest allein beschrnken, obgleich Feiern auch wichtig ist“, sagte Brgermeister Alexander Hohmann (SPD) und fgte hinzu: „Es soll auch dazu dienen, Rckschau zu halten auf die eigene Vergangenheit und den Ort, in dem man lebt.“ Das 750. Jubilum wurde deshalb zum Anlass genommen, um die Chronik von 1980 zu berarbeiten und weiterzufhren. „Diese war deutlich dnner als die neue“, sagt Hohmann lachend. Auf die alte Chronik baut die neue mit dem Titel „750 Jahre Burghaun – ein Ort mit Geschichte“ auf.

Die engagierten Autoren fanden whrend ihrer Recherchen Wissenswertes heraus, das weit in die Geschichte zurckfhrt. Demnach schenkte Karl der Groe im achten Jahrhundert das Hauneland dem Kloster Fulda. Wenig spter wurde Hnhan zum ersten Mal urkundlich erwhnt. „Was nun aber zuerst da war, Burghaun oder Hnhan, kann trotzdem keiner wissen“, stellte Mischitz fest. Im Mittelalter tauchte der Name der kriegerischen Ritter von Hune in zahlreichen Schriftstcken auf. Nachdem die Burghauner Burg im 15. Jahrhundert von einem Graf von Henneberg erobert wurde, erlosch das Geschlecht mit dem Tod von Ludwig von der Haune 200 Jahre spter.

Vermutlich galt Burghaun ab 1262 als Dorf, weshalb in diesem Jahr auch 750 Jahre Burghaun gefeiert wird. Zwischenzeitlich galt es als Stadt, von 1480 bis 1854 hatte Burghaun Stadtrechte. Doch diese gingen schlielich wieder verloren. Seit 2003 ist Burghaun eine Marktgemeinde. „Hrt sich ja auch viel besser an“, sagt Mischitz augenzwinkernd.

Seit dem 14. Jahrhundert gab es eine Kirche in Burghaun, und die Mehrheit der Bevlkerung wurde evangelisch. Zur Zeit des Dreiigjhrigen Krieges wurde die evangelische Kirche zerstrt. Danach wurden eine neue evangelische und eine katholische Kirche aufgebaut, deren Nebeneinander zum Wahrzeichen Burghauns wurde: Die katholische Kirche entstand 1714, die evangelische 1728. Auch der jdische Glaube war im Ort fest verankert. 1855 wurde eine jdische Schule und 1910 eine Synagoge erbaut. Um 1900 hatte Burghaun die zweitgrte jdische Gemeinde im Altkreis Hnfeld. Nur 28 Jahre nach dem Bau wurde die Synagoge durch die Nazis wieder zerstrt, und die Vernichtung der Juden begann. Diese Grausamkeiten sind nach wie vor unbegreiflich. Zu diesem Thema hat besonders Elisabeth Sternberg-Siebert Interessantes in der Chronik zusammengetragen.

Burghaun ist der Kernort der Marktgemeinde. Dazu gehren mehrere Ortsteile: Ende des 20. Jahrhunderts wurden Rothenkirchen, Gruben, Hnhan und Steinbach Teil der Gemeinde. „Tatschlich ist Steinbach damals freiwillig beigetreten, auch wenn das heute wohl kaum einer glauben kann“, sagte Mischitz augenzwinkernd. Ganz im Gegensatz zum Kiebitzgrund, der wenig spter der Gemeinde zwangszugefhrt wurde.

Auch von den Brgermeistern handelt die Chronik: Die Reihe der Brgermeister in Burghaun: Adalbert Rehberg (CDU, 1952 bis 1960), Leo Palmowski (CWE, 1960 bis 1984), Dieter Schwarz (CDU, 1984 bis 1990), Wolfgang Braun (SPD, 1990 bis 2002). Seit 2002 ist Hohmann Oberhaupt der Grogemeinde.
Des Weiteren wird in dem geschichtlichen Buch ber zahlreiche Hhepunkte in Burghaun berichtet.

So wurde beispielsweise die Hauptschule zu einer Grundschule umfunktioniert, obwohl „die meisten lieber die Hauptschule erhalten htten“, sagte Mischitz. In den Ortsteilen wurden Brgerhuser errichtet, und der Marktplatz wurde umgebaut. Er erhielt zustzlich den Leo-Palmowski-Gedchtnisbrunnen. Ende der 80er Jahre wurde Burghaun nach einem Gebirgsschlag von einem heftigen Erdbeben mit einer Strke von 5,5 erschttert. „Daran kann ich mich noch heute erinnern, als pltzlich alles anfing, zu wackeln“, erinnert sich ein Besucher. Anfang der 90er Jahre wurde das Herrenhaus neu eingeweiht, obwohl ursprnglich ein Abriss dessen geplant war. Mischitz: „Heute sind wir alle froh, dass es nicht abgerissen wurde.“ Und Brgermeister Hohmann ergnzte, dass man bewusst das historische Herrenhaus zur Vorstellung der Chronik Burghauns ausgewhlt habe.

Zum Schluss des Vortrages wurden allen gedankt, die an dem Werk beteiligt waren, damit es pnktlich zum Druck fertig wird. Die umfangreiche Chronik ist fr 19,90 Euro erhltlich.
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