15.06.2012
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ber 100 Schnellfahrer erwischt
Dabei hatten die Behrden in den Kinzigtal Nachrichten vor Kontrollen an diesem Tag gewarnt. Insgesamt 104 Verkehrsteilnehmer wurden wegen berhhter Geschwindigkeit erwischt, auerdem ein knappes Dutzend, weil sie keinen Sicherheitsgurt angelegt hatten oder beim Fahren mit dem Handy telefonierten.

Schon um 7 Uhr morgens baut die Hilfspolizei unter Leitung von Burkhard Baumgarten pnktlich zum Schulanfang ihr mobiles Geschwindigkeitsmessgert wenige Meter vom Haupteingang der Elmer Grundschule und des Kindergartens in der Huttener Strae auf. 30 Stundenkilometer sind dort erlaubt, ein Zusatzschild warnt vor „Spielenden Kindern“.

Doch das schert viele Verkehrsteilnehmer offenbar wenig. Die Polizeibeamten unter Leitung von Hauptkommissar Reiner Belz haben alle Hnde voll zu tun, die Schnellfahrer einige Meter weiter aus dem Verkehr zu winken, ber ihr Fehlverhalten aufzuklren und ein Bugeld zu kassieren. Innerhalb von zwei Stunden passieren 236 Autofahrer allein in Fahrtrichtung Schlchtern. Die traurige Bilanz: 28 von ihnen sind zu schnell. Das ist fast jeder Achte. Spitzenreiterin ist eine junge Frau, die mit 59 Stundenkilometern haarscharf an einem zeitweiligen Fahrverbot vorbeischrammt, aber dennoch 100 Euro bezahlen muss und sich drei Punkte einhandelt.

Um 11 Uhr verlagern die Ordnungskrfte ihr Ttigkeitsgebiet in die Brckenauer Strae im Stadtteil Herolz. Der „Blitzer“ wird in Richtung Sterbfritz gegenber der Grundschule positioniert, wo das Schulende naht. Der Verkehr ist relativ dicht. Fr viele keine Chance fr schnelles Fahren. Nur wenige berschreiten die erlaubten 50 Stundenkilometer. Die Bilanz in Herolz nach zwei Stunden: 632 Fahrzeuge gemessen, nur zwanzig zu schnell.

Groe Akzeptanz

Nachmittags steht das Kontrollteam zwei Stunden an der Strae von Schlchtern nach Wallroth in Hhe Rhrigs. Hier wurde vor wenigen Monaten ein Zweiradlenker von einer schnell fahrenden Autolenkerin angefahren und schwer verletzt. Seitdem ist die Geschwindigkeit auf 50 herabgesetzt. Und der Messtrupp stellt hier die meisten Verste fest: 56 Raser unter 229 gemessenen Fahrzeugen, das ist etwa jeder Vierte.

Insgesamt stoen die Kontrollaktionen auf sehr groe Akzeptanz in der Bevlkerung. Selbst die ganz berwiegende Zahl der „Erwischten“ sieht die Manahme positiv. „Ich habe die vorgeschriebene Geschwindigkeit berschritten. Da muss ich eben zahlen“, sieht es eine 58-Jhrige, die 15 Euro berappen muss, ganz nchtern. Richtig gut findet auch Tuana Schauberger die Aktion. Sie ist mit ihrer Freundin Ais Kaplan auf dem Weg zum Elmer Kindergarten und sagt: „Schn, dass die Polizei auf die Geschwindigkeit aufpasst.“

Einheimische und Auswrtige erwischt es gleichermaen, Junge wie Alte, den Junior, der sich kurz vom Vater das Auto ausgeliehen hat, und die Frau, die es wegen des frischen Brotteigs auf dem Beifahrersitz ziemlich eilig hat. Vor den Schulen werden sogar Mtter mit Kleinkindern im Wagen, eine Lehrerin und sogar ein Polizeibeamter in seiner Freizeit erwischt.

Am Ende gab es sowohl bei Landes- wie auch bei Stadtpolizei durchweg zufriedene Gesichter. Und die gemeinsamen Aktionen sollen nun zur Regel werden. brigens: Einem besonders strammen „Raser“ kamen die Ordnungskrfte bei den Kontrollaktionen auch auf die Schliche. Allerdings blieb er unbehelligt. Es war der Fahrer des Notarztwagens, der mit Blaulicht und Martinshorn auf einer Einsatzfahrt durch Herolz rauschte.
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