28.06.2012
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Mineralbrunnen sauer ber Schirm-Regel
Die Marketingleute der Brunnen fielen aus allen Wolken, als sie aus unserer Zeitung erfuhren, dass die Stadt Fulda strenge und penibel genaue Vorschrift fr die Farben von Sonnenschirmen macht – Vorschriften, die das Aus fr die blauen Schirme von Frstina und RhnSprudel in Fuldas Innenstadt bedeuten. Der Sonnenschutz, dessen Farbe den Stadtverordneten nicht gefllt, muss zwar erst in fnf Jahren abgerumt werden, aber schon jetzt drfen keine neuen blauen Schirme mehr aufgestellt werden.

„Der Beschluss kam fr uns ber Nacht. Uns hat vor dem Beschluss niemand gefragt oder informiert. Den Beschlusstext kennen wir bis heute nicht“, bedauert Jrgen Bhler, Marketingleiter bei
RhnSprudel. Er ist ber die Entscheidung der Stadt Fulda „gar nicht glcklich“. Frstina-Verkaufsleiter Peter Seufert klagt: „Wir sind nicht erfreut. Wir knnen nicht nachvollziehen, warum den Stadtverordneten ausgerechnet die Trendfarbe Blau nicht gefllt.“ Die Brunnen haben jeweils mehrere Tausend der groen Sonnenschirme kostenlos an Gaststtten  in ihrem gesamten Einzugsgebiet verliehen. Fr RhnSprudel und Frstina sind es „schne und praktische Werbetrger“, wie Seufert und Bhler sagen. Sie wollen die neue Satzung ber Sondernutzungen an ffentlichen Straen jetzt erst einmal prfen.

Wei, rot, grau ja, blau nein

Nicht klar geregelt ist etwa die Frage, ob die Schirme einen Schriftzug tragen drfen oder ob sie konsequent einfarbig sein mssen, wie es der Wortlaut der neuen Satzung eigentlich vorschreibt. Michael Schwab, Pressesprecher der Stadt Fulda, erklrt, „eine zurckhaltende Beschriftung“ sei zulssig. Bhler verweist warnend darauf, dass RhnSprudel nicht nur in Fulda Schirme verleiht. „Wenn die Fuldaer Linie in anderen Grostdten Schule macht, dann wird es ganz schwierig. Wir haben ein Vertriebsgebiet mit einem Radius von 200 Kilometern. Wenn jetzt auch Nrnberg und Kassel, Wrzburg und Gieen hnliche Vorschriften fr die Farbe von Sonnenschirmen erlassen, dann kriegen wir ein Problem. Wir knnen nicht fr jede Stadt eine eigene Schirm-Farbe whlen, – und wir wollen es auch nicht, weil Kommunikation auch von einem einheitlichen Auftritt lebt“, sagt der RhnSprudel-Marketingchef.

Die Hochstift-Brauerei sieht die neue Fuldaer Satzung mit Verwunderung, aber gelassen. Ob das Rot der Hochstift-Schirme den zulssigen Farbtnen Rubinrot, Lachsrot und Orientrot entspricht, hat Unternehmer Ulrich Klesper noch nicht geprft. „Uns treffen die Schirm-Regeln praktisch nicht, da wir nur bei eigenen Veranstaltungen mit den Schirmen werben und wir nur wenige Schirme ausgeben“, sagt Klesper. Die Kollegen von RhnSprudel und Frstina nimmt er in Schutz: „Mich hat das Blau der Schirme bislang nicht gestrt.“
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