05.07.2012
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Sinkewitz-Fall landet vor Internationalem Sportschiedsgericht
Der Streit ist beigelegt. Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA und die Welt Anti-Doping-Agentur WADA haben Kommunikationspannen ausgerumt und ziehen wieder an einem Strang. Dies soll zuerst im Fall des Radprofis Patrik Sinkewitz gezeigt werden.

Im neuen Schulterschluss wollen die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gemeinsam im Fall des Radsportlers Patrik Sinkewitz vorgehen. Bei einem Spitzentreffen beider Agenturen in Frankfurt/Main sagte die WADA der NADA Untersttzung beim Gang vor das International Sportschiedsgericht (CAS) zu. Das teilte die NADA am Donnerstag mit.

Zugleich legten NADA und WADA den Streit um die Bewertung der Blutbehandlung mit UV-Strahlen am Olympiasttzpunkt in Erfurt bei. WADA-Generaldirektor David Howman erklrte, dass seine Organisation die Schuld an dem Konflikt durch ein Schreiben mit falschem Inhalt trgt. Er habe erklrt, „dass die NADA keine Verantwortung fr Pannen in der Kommunikation treffe“, hie es in einer gemeinsamen Erklrung von WADA und NADA, die erst zwei Tage nach dem Treffen am Frankfurter Flughafen verffentlicht wurde.

Zwischen beiden Agenturen war es im Zuge der Erfurter Affre zu erheblichen Spannungen gekommen. Streitpunkt war die juristische Einschtzung, ob die am Olympiasttzpunkt (OSP) mehrere Jahre praktizierte UV-Bestrahlung von Athletenblut auch vor dem 1. Januar 2011 gem des WADA-Codes verboten war. Ende April hatte die WADA der NADA mitgeteilt, dass diese Behandlung erst seit dem 1. Januar 2011 nicht erlaubt sei, machte dann aber wieder einen Rckzieher.

Das Treffen am Dienstag hat die Situation nun entspannt. In dem zweistndigen Gesprch zwischen Howman und Justiziar Olivier Niggli aufseiten der WADA sowie der NADA-Vorstandschefin Andrea Gotzmann, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Georg Nder und Chefjustiziar Lars Mortsiefer auf der anderen Seite wurden die Missverstndnisse ausgerumt.

„Es war eine hilfreiche und aufschlussreiche Diskussion - sowohl WADA als auch NADA sind jetzt in einer besseren Position, die Flle von UV-Blutbehandlungen, insbesondere die am OSP Erfurt, aufzuklren“, erklrte Howman. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft in Erfurt. Diese rechtliche Zustndigkeit sei der WADA nun bewusst, hie es in der Mitteilung.

Erstes sichtbares Signal der neuen Einigkeit ist das gemeinsame Vorgehen im Fall Sinkewitz. Das deutsche Schiedsgericht hatte den aus Fulda stammenden Radprofi vor zwei Wochen von dem Vorwurf des Dopings mit dem Wachstumshormon HGH freigesprochen. Einzelschiedsrichter Willi Erdmann hatte dies damit begrndet, dass die erforderliche wissenschaftliche Verlsslichkeit der in den HGH-Richtlinien der WADA festgelegten Grenzwerte nicht ausreichend nachgewiesen wurde.

Sinkewitz war am 27. Februar 2011 positiv auf das Wachstumshormon getestet worden. Dabei handelte es sich um einen mglichen Zweitversto gegen die Anti-Doping-Bestimmungen, nachdem Sinkewitz schon 2007 die verbotene Einnahme von Testosteron nachgewiesen worden war. Da er ein Gestndnis abgelegt hatte, kam er mit der einjhrigen Sperre davon. Als Wiederholungstter wrde ihm nun ein lebenslanger Bann drohen.
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