10.07.2012
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Eine Welt ohne Down-Syndrom?: Diskussion ber umstrittenen Bluttest
Das Antoniusheim hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen. Eine klarere Stellungnahme zum umstrittenen Praena-Bluttest als Andreas Sauer kann man nicht geben: „Das ist doch scheie ohne Ende“, sagt der Landschaftsgrtner, der im Antoniusheim arbeitet. Bei der Diskussion im Zitronenfalter ging es um ein Thema, das ihn als Mensch angeht: Andreas Sauer hat Trisomie 21. Na und! „Ich hab’ eine Brille und das Down-Syndrom – aber ich bin normal im Leben“, sagt er selbstbewusst.

In der Runde sitzt auch Dr. Bertram Stitz. Er ist Chefarzt der Gynkologie und Geburtshilfe an der Helios St. Elisabeht Klinik Hnfeld. Und er erklrt ohne persnliche Wertung, wozu der umstrittene Praena-Test dient: Der Test gebe nur eine relative Wahrscheinlichkeit an, ob das Kind Trisomie 21 hat. „Der Test sagt nicht, ob das Kind gesund oder krank ist“, stellt der Arzt klar. Klar, er wisse, dass es viele Eltern gebe, die sich sorgten. Aufgabe des Arztes sei es zu beraten. Und werdende Eltern mssten entscheiden, welche Informationen sie brauchen und wollen.

Der Praena-Test
Die Konstanzer Firma LifeCodexx mchte den sogenannten Praena Test auf den Markt bringen, mit dem mittels einer Blutprobe einer Schwangeren festgestellt werden kann, ob das Kind Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom, hat. Behindertenverbnde, Unions-Politiker und die katholische Kirche sprechen sich fr ein Verbot des Tests aus. Sie befrchten, dass der Test zur „Selektion“ von Behinderten fhrt. Der Prsident der Bundesrztekammer, Frank Ulrich Montgomery, verteidigt den Praena-Test hingegen. Er sei risikormer als eine Fruchtwasseruntersuchung. / ann
Marion Heun wusste, dass ihr Kind das Down-Syndrom haben wird – und sie und ihr Mann haben sich bewusst fr Silas entschieden. „Ein Leben mit Down-Syndrom ist lebenswert“, sagt sie. Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen pflichtet ihr bei. Unwertes Leben gebe es nicht. Gott garantiere die Wrde jedes einzelnen Menschen, denn als Gotteskinder seien wir alle von vorne herein angenommen und gewollt. Der Bischof befrchtet: „Die Folge dieser Diagnostik ist der Tod.“ Denn schon heute trieben 80 bis 90 Prozent der Frauen ab, die wssten, dass ihr Kind Trisomie 21 haben wird.

Fr illegal hlt den neuen Test der hiesige Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU). Er diene nicht der Therapie oder Diagnose, sondern der Selektion. „Wenn dieser Test zugelassen wird, dann ist das ein Programm fr Abtreibung und Diskriminierung“, formuliert er plakativ. Es wolle sich fr ein bundeseinheitliches Verbot des Tests stark machen.
Auf einer anderen Ebene machen sich Michaela Lengsfeld und Tanja Lck stark. Sie vertraten in der Diskussion die Einrichtung Zitronenfalter. Der offenen Treff sei geschaffen worden, um Begegnungen und Austausch unter Betroffenen zu ermglichen, „damit gar nicht erst die Idee aufkommt, ein Leben knnte nicht lebenswert sein“, sagt Michaela Lengsfeld. Eltern knnten sich Rat und Hilfe holen – auch schon vor der Geburt des Kindes. Denn: „Jedes Kind, das nicht geboren wird, hinterlsst ein Lcke“, sagt Bertram Stitz.
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