16.07.2012
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Al-Hami Academy bereitet junge Rumnen auf Jobs vor
In ihrem Heimatland sehen die Teilnehmer keine guten Perspektiven fr ihren Job. In Deutschland wiederum herrscht Fachkrftemangel. Mehr als 40.000 rzte gehen laut der Kassenrztlichen Bundesvereinigung binnen fnf Jahren in den Ruhestand. In der Akademie des Arztes Dr. Samir Al-Hami soll beidem entgegengewirkt werden. In einem sechsmonatigen Kurs werden die auslndischen Krfte weitergebildet.

Fr Al-Hami, der 1975 aus Jordanien nach Deutschland kam, ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. „Ich habe mich als Arzt und als Auslnder gefragt: Was kann ich tun? Welche Schwierigkeiten hatte ich damals, als ich in ein fremdes Land kam?“, sagt Al-Hami. Seine zwei grten Sorgen seien damals die Sprache und die Finanzen gewesen. Die Rumnen erhalten deswegen in dem halben Jahr ein intensives Deutsch-Training mit Hilfe des Goethe-Instituts, dazu ausreichend Kenntnisse rund um das Gesundheitssystem und die Patienten in Deutschland.

Aber nicht nur das: „Wir wollen sie richtig integrieren und mitten im Leben haben“, betont Al-Hami. Deswegen sei man mit der Akademie bewusst auf den Universittsplatz gegangen. „Die Integration der Menschen ist mir sehr wichtig. Wir besuchen deswegen regelmig Veranstaltungen auch auerhalb der Akademie“, sagt der Mediziner, der auch Direktor des Projekts ist.

Aus 600 rztlichen und 400 pflegerischen Bewerbern wurden 16 beziehungsweise acht Rumnen ausgewhlt, die teilweise seit Mrz hier ausgebildet werden. Die Kosten fr einen Teilnehmer betragen laut Al-Hami 35.000 Euro. Die eine Hlfte trgt der Teilnehmer selbst – die Akademie gewhrt ihm dazu ein zinsfreies Darlehen –, die andere Hlfte trgt der knftige Arbeitgeber. Ob die Idee Erfolg hat, steht noch in den Sternen – im schlimmsten Fall bleibt Al-Hami auf seinen Vorleistungen in Hhe von einer Dreiviertel Million Euro sitzen. „Dann habe ich Pech gehabt“, sagt der Jordanier. Fr ihn ist es wichtig zu betonen, dass er damit kein Geld verdienen wolle, vielmehr sehe er die Akademie als „soziales Engagement“.

„Dieses Projekt in Fulda ist ein kleines Werkzeug, das gegen den Fachkrftemangel hilft“, sagte Minister Hahn bei seinem Besuch. Man msse sowohl heimische Arbeitskrfte fortbilden als auch Auslnder nach Deutschland holen. Hahn berlegt, wie das Land der Akademie helfen knne. Den Teilnehmern gefalle es laut Al-Hami sehr gut in Fulda. Vielen fehle aber noch die ntige medizinische Qualifikation. „In Rumnien ist das medizinische System nicht so gut wie in Deutschland“, besttigt Loredana Fildan. Die 31-Jhrige ist eine der Teilnehmerinnen an der Akademie, die sich hier eine bessere Zukunft erhofft. Sie mchte spter in einem Krankenhaus arbeiten.

Samir Al-Hami sagt, es gebe auch schon mndliche Zusagen fr eine bernahme der Nachwuchs-Mediziner, sowohl von regionalen als auch von berregionalen Kliniken. Ein neuer Kurs ist fr Oktober geplant. Al-Hami will ebenso Fachkrfte aus Spanien oder Griechenland nach Fulda holen. Kritik, dass diese rzte dann in ihrem Heimatland fehlen knnten, ficht ihn nicht an: „Rumnien bietet keine Perspektiven fr diese jungen Akademiker. Wir dagegen schon.“
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