15.08.2012
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Autoren kritisieren Ermittlungen zu tdlichem Grenzzwischenfall
Vor fnfzig Jahren wurde an der innerdeutschen Grenze ein DDR-Hauptmann von einem Grenzschtzer aus dem Westen erschossen: Ein neues Buch ber den tdlichen Zwischenfall wirft den Staatsanwaltschaften in Fulda und Meiningen nun vor, nicht energisch genug ermittelt zu haben. Die Autoren Jan Schnfelder und Rainer Erices stellten ihr Werk am Dienstagabend in der Gedenksttte Point Alpha an der frheren Grenze vor.

Am 14. August 1962 hatte der Bundesgrenzschtzer Hans Plschke auf einen DDR-Hauptmann gefeuert und ihn tdlich getroffen. Ende der 1990er Jahre wurde Plschke dann selbst ermordet, nachdem er sich als Todesschtze offenbart hatte - der Fall ist bis heute rtselhaft.

Der Vorfall an der Grenze zwischen Rasdorf-Setzelbach (Kreis Fulda) und Geisa-Wiesenfeld bewegt auch Jahrzehnte spter noch die Gemter in dem hessisch-thringischen Grenzgebiet. Bei der Vorstellung des Buches «Todessache Rudi Arnstadt» war das «Haus auf der Grenze» vollkommen berfllt, gekommen war auch viele ehemalige Grenzschtzer beider Seiten.

DDR-Grenzer Arnstadt war am Vormittag des 14. August 1962 berzeugt davon, dass BGS-Beamte an einer unbersichtlichen Stelle wiederholt auf DDR-Gebiet geraten waren. Er plante, bei der nchsten Grenzverletzung einen der Grenzschtzer festzunehmen. Als ein BGS-Trupp nach seiner berzeugung wieder auf DDR-Gebiet geraten war, forderte er die Westdeutschen zum Stehenbleiben auf. Zeitgleich gab ein DDR-Posten einen Warnschuss ab. Ob Arnstadt schoss, ist nicht sicher. Bundesgrenzschtzer Plschke schoss daraufhin zurck.

Die Staatsanwaltschaft Fulda bescheinigte Plschke im Oktober 1962, er habe in Notwehr gehandelt, und stellte die Ermittlungen ein. Doch die Buchautoren sagten, die Fuldaer htten aus Aussagen geflchteter DDR-Grenzer spter wissen knnen, dass es Zweifel an der Notwehrthese gebe, da Arnstadt selbst vielleicht nicht geschossen habe. Die Fuldaer Anklagebehrde habe aber weitere Ermittlungen abgelehnt.

Die Staatsanwaltschaft Meiningen sei 1990 von der Thringer Generalstaatsanwaltschaft mehrfach aufgefordert worden, die Sache neu aufzurollen, berichten Schnfelder und Erices. Doch htten die Meininger stets auf die Ermittlungen der Fuldaer Kollegen verwiesen, die allein zustndig gewesen seien, da das Opfer zwar in Thringen starb, der Tter aber in Hessen stand.

Die Thringer Landesbeauftragte fr die Stasi-Unterlagen, Hildigund Neubert, sagte, die DDR habe den Tod Arnstadt benutzt, um Hass zu sen. Der Hauptmann sei nach seinem Tod von der SED-Propaganda instrumentalisiert worden.


Jan Schnfelder, Rainer Erices: «Todessache Rudi Arnstadt. Zwischen Aufklrung und Propaganda.» Bussert & Stadeler, Jena 2012, 156 Seiten, 12,90 Euro.
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