Wie kommt die Geschichte von Romeo und Julia in Zeiten des Umbruchs aus der kasachischen Steppe nach Sdthringen: Intendant Ansgar Haag legt den Grundstein fr die Kultrbrcke, als er vor zwei Jahren in Almaty die erste „Fidelio“-Inszenierung Zentralasiens verantwortet. Dabei lernt er das Volksepos „Abai“ kennen.Mit ihm haben die Komponisten Achmet Schubanow und Latif Hamidi dem Philosophen, Dichter, Komponisten und Aufkrer Abai, dem „Goethe Kasachstans“, ein musikalisches Denkmal gesetzt. Ein tollkhnes Unterfangen whrend der Stalin-Diktatur, zumal die Botschaft lautet: Alte Gesetze taugen nicht fr die Zukunft. Seit Jahrzehnten wird die Saison im Opernhaus von Almaty mit „Abai“ erffnet.
Die Islam-Oper geielt die Brutalitt der Scharia und postuliert eine neue, humane Gesellschaftsordnung. Wie bengstigend aktuell die Thematik ist, belegen allein die Stichworte Fremdenfeindlichkeit, Liebe zwischen unterschiedlichen Religionen und Ehrenmord. Das knapp zweistndige Werk erzhlt zwei Geschichten: die des Liebespaares Ajdar und Azar, die unter den brutalen muslimichen Moralvorstellungen leidet; und die des berhmten Dichters, mit Wagners Hans Sachs durchaus verwandt. Abai rettet beide vor der Lychjustiz und erreicht reinen fairen Prozess samt Freispruch. Whrend der Hochzeitsfeier fllt Ajdar einem Giftanschlag der muslimischen Verschwrer zum Opfer.
Die romantisch-schwermtige Musik komponierten Hamidi und Schubanow, ein Schler von Schostakowitsch. Schubanow, der den Stoff in die Welt der Steppe verlegte, wurde inspiriert von Wagner, Rimsky-Korsakoff und Prokofieff, vor allem von Puccini und von der italienischen Oper. Leidenschaft und Pathos, dichte Klangteppiche, slich-orientalische Effekte, ppige Streicher und tosendes Blech prgen die Partitur, die Chor und Solistenen beste Entfaltungsmglichkeiten bietet. Was die Meininger auf der Bhnen und im Orchestergraben weidlich nutzten. Bei Alan Buribayev ist die Musik in den wahrlich besten Hnde. Wer wre wohl kompetenter als der gebrtige Kasache und Urenkel des Komponisten Schubanow?
Regisseur Ansgar Haag, der die einfache Handlungsstruktur der Vorlage beibehlt, hat sich von Dieter Richter einen typische sowjetischen Kultursaal bauen lassen. Aydar ist kein Mythenerzhler mehr, wie im Original, sondern ein sozialrevolutionrer Filmemacher, der sich in eine Muslimin verliebt. Whrend es der Inszenierung anfangs an Kompaktheit und Tempo mangelt, werden das Hochzeits- und das Sterbebild regiert von Spannung, Dramatik, von brausenden Chren und von vorzglich gesungenden Arien und Ensembles. Dabei berraschen einmal mehr der von Sierd Quarr betreute Chor und die durchweg hohe Qualitt der Solistinnen und Solisten: Vokale Erfolgsgaranten sind Paradebariton Dae-Hee Shin (Abai), Bariton Ernst Garstenauer (Syrttan), Bassbariton Stephanos Tsirakoglou (Zirensch), Tenor Xu Chang (Asm), Sopranistin Camila Ribero-Souza (Azar)) und ganz besonders Tenor Rodrigo Porras Garulo (Ajdar), in allen Lagen souvern. Ein Dauer-rgernis ist die grauenhafte bersetzung ins Deutsche, nie kompatibel mit der Musik. Dieses Manko tut dem jauchzenden Jubel nach der zweiten Premiere am Sonntag keinen Abbruch.
Weitere Auffhrungen am 23. und 29. September sowie am 7. und 20. Oktober. Karten (10 bis 32,50 Euro) unter Tel. (0 36 93) 45 12 22.
Die Islam-Oper geielt die Brutalitt der Scharia und postuliert eine neue, humane Gesellschaftsordnung. Wie bengstigend aktuell die Thematik ist, belegen allein die Stichworte Fremdenfeindlichkeit, Liebe zwischen unterschiedlichen Religionen und Ehrenmord. Das knapp zweistndige Werk erzhlt zwei Geschichten: die des Liebespaares Ajdar und Azar, die unter den brutalen muslimichen Moralvorstellungen leidet; und die des berhmten Dichters, mit Wagners Hans Sachs durchaus verwandt. Abai rettet beide vor der Lychjustiz und erreicht reinen fairen Prozess samt Freispruch. Whrend der Hochzeitsfeier fllt Ajdar einem Giftanschlag der muslimischen Verschwrer zum Opfer.
Die romantisch-schwermtige Musik komponierten Hamidi und Schubanow, ein Schler von Schostakowitsch. Schubanow, der den Stoff in die Welt der Steppe verlegte, wurde inspiriert von Wagner, Rimsky-Korsakoff und Prokofieff, vor allem von Puccini und von der italienischen Oper. Leidenschaft und Pathos, dichte Klangteppiche, slich-orientalische Effekte, ppige Streicher und tosendes Blech prgen die Partitur, die Chor und Solistenen beste Entfaltungsmglichkeiten bietet. Was die Meininger auf der Bhnen und im Orchestergraben weidlich nutzten. Bei Alan Buribayev ist die Musik in den wahrlich besten Hnde. Wer wre wohl kompetenter als der gebrtige Kasache und Urenkel des Komponisten Schubanow?
Regisseur Ansgar Haag, der die einfache Handlungsstruktur der Vorlage beibehlt, hat sich von Dieter Richter einen typische sowjetischen Kultursaal bauen lassen. Aydar ist kein Mythenerzhler mehr, wie im Original, sondern ein sozialrevolutionrer Filmemacher, der sich in eine Muslimin verliebt. Whrend es der Inszenierung anfangs an Kompaktheit und Tempo mangelt, werden das Hochzeits- und das Sterbebild regiert von Spannung, Dramatik, von brausenden Chren und von vorzglich gesungenden Arien und Ensembles. Dabei berraschen einmal mehr der von Sierd Quarr betreute Chor und die durchweg hohe Qualitt der Solistinnen und Solisten: Vokale Erfolgsgaranten sind Paradebariton Dae-Hee Shin (Abai), Bariton Ernst Garstenauer (Syrttan), Bassbariton Stephanos Tsirakoglou (Zirensch), Tenor Xu Chang (Asm), Sopranistin Camila Ribero-Souza (Azar)) und ganz besonders Tenor Rodrigo Porras Garulo (Ajdar), in allen Lagen souvern. Ein Dauer-rgernis ist die grauenhafte bersetzung ins Deutsche, nie kompatibel mit der Musik. Dieses Manko tut dem jauchzenden Jubel nach der zweiten Premiere am Sonntag keinen Abbruch.
Weitere Auffhrungen am 23. und 29. September sowie am 7. und 20. Oktober. Karten (10 bis 32,50 Euro) unter Tel. (0 36 93) 45 12 22.