20.10.2012
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Der erster "Bewohner" ist erst zehn Jahre alt
Er ist erst zehn Jahre alt, muss aber schon in Hessens einziges geschlossenes Kinderheim, das dem Jugendhilfezentrum Don Bosco in Sannerz angegliedert und von Kritikern als „Kinderknast“ verschrieen ist. Seit drei Wochen ist der Junge aus Kassel nun schon in der Jugendhilfe-Einrichtung. „Der Betrieb luft, wir haben auch noch drei weitere Anfragen aus Nordrhein-Westfalen vorliegen“, sagte Heimleiter Pater Christian Vahlhaus. Acht kriminelle, aber strafunmndige Kinder zwischen 10 und 13 Jahren knnen im Heim untergebracht werden.

Der Zehnjhrige, der in das Heim nach Sannerz gekommen ist, wurde bereits mehrfach straffllig und ist gewaltttig. Er stammt aus schwierigen familiren Verhltnissen, ist traumatisiert und drogengeschdigt. Er schlgt, tritt und spuckt nicht nur auf seine Betreuer ein. Zuletzt habe er wiederholt Tiere geqult. „Er hat ein Kaninchen auf einem Holzpfahl aufgespiet“, nannte Vahlhaus ein Beispiel. Der Junge war bereits in diversen Einrichtungen, die ihm helfen sollten, lief aber hufig davon. Zuletzt habe er gedroht, sich umzubringen. „Bei uns fhlt er sich recht wohl“, berichtet der Heimleiter.

Vollbelegung bis zum Mrz

Seit der Schlieung des letzten Heims dieser Art im Jahr 1978 hatte es in Hessen keine vergleichbare Einrichtung gegeben. Das Land hatte aber zuletzt wieder Bedarf gesehen: Laut dem Sozialministerium in Wiesbaden hat eine Umfrage unter den Jugendhilfetrgern ergeben, dass von 2005 bis 2011 45 minderjhrige Straftter in Nachbarlndern untergebracht wurden.

In das geschlossene Kinderheim sollen bis zum Jahresende vier weitere Kinder und Jugendliche eingewiesen werden, kndigte Vahlhaus an. Bis Ende Mrz 2013 sollten dann alle acht Pltze belegt sein. Fr die Betreuung eines Bewohners fallen pro Tag in etwa 300 Euro an.
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