Mit seinem 1977 gegrndeten St. Petersburger Ballett Theater verwirklicht Eifman seine geniale Vision des Tanztheaters. Sein originell-individueller Stil vereint klassisches Ballett mit aktuellem Ausdruckstanz. Auch mit „Eugen Onegin“ will der Bhnenmagier in die Psyche berhmter Personen und Figuren eindringen, wie es bereits beispielsweise mit Tschaikowski oder Molire, Don Quixote oder Don Giovanni beeindruckend gelungen ist.
Als „Enzyklopdie russischen Lebens“ der gehobenen Mittelschicht und ihrer Umwelt wird Puschkins „Roman in Versen“ gepriesen, den Tschaikowski als Vorlage fr seine wunderbare Oper nutzte. Das Psychogramm der russischen Gesellschaft am Vorabend des Dezemberaufstands von 1825 verlegt Eifman in unsere Zeit. Exakt in das Jahr 1991, als die Sowjetunion zerfiel und der Traum vom demokratischen Aufbruch die Menschen erfllte.
Wie es um die „geheimnisvolle, unberechenbare und sehr sensible“ russische Seele heute steht, will Eifmann mit seiner Tanztheaterkunst ergrnden. Auch die Fragen „Wie wrden die Helden des Poems ihr Leben heute fhren?“ und „War Puschkins Werk ein Zeichen des Schicksals zahlreicher Generationen meiner Landsleute?“ treiben Eifman nach eigenem Bekunden um.
Wenn die Theaterikone mit seiner von poetischen Reizen, dramatischer Energie, farbiger Dynamik, blutvoll-melancholischer Kraft und immer wieder verblffender Fantasie berreich gesegneten Choreografie Puschkins Menschen als unsere Zeitgenossen vorstellt, dann will er die Gesellschaft spiegeln und auf eine Verbesserung der Verhltnisse hinwirken.
Grundstzlich hlt sich Regisseur Eifman, bei dem auch Ironie und Witz nicht zu kurz kommen, an die Vorlage, ergnzt sie jedoch mit neuen Szenen, vornehmlich mit Traumsequenzen: Onegin erscheint Tatjana als Ritter, der sie vor Monstern rettet; Onegin wird vom Geist des erstochenen, also nicht wie bei Puschkin im Duell getteten Lenski heimgesucht. Obwohl Eifman sich damit Mglichkeiten fr glanzvolle Choreografien schafft, gemahnen diese Episoden zu sehr an Geisterbahn und an den aus dem Grab gestiegenen Vater Hamlets.
Was der Qualitt dieser Produktion, deren Faszination auch auf den fantastischen Ensembles grndet, keinen Abbruch tut. Immer wieder berraschen schlssige Ideen. Nur ein Beispiel: Tatjanas berhmtes Liebesbekenntnis im Brief an Onegin wird szenisch variiert. Am Ende kndet Onegin Tatjana von seiner Liebe auf weien Blttern, die ungelesen vom Winde verweht werden.
Natrlich erklingt Tatjanas Briefthema immer wieder, dessen erste Textzeile vom Untergang kndet. Die sorgfltig und kenntnisreich ausgewhlten Passagen aus zahlreichen Tschaikowski-Kompositionen bilden einen bereichernden Kontrast zu Kompositionen des russischen Rockmusikers Alexander Sitkowetzki.
Eifmans Compagnie von Weltrang zeichnet sich nicht nur durch tnzerische Perfektion aus, die vornehmlich in den ungewhnlichen Hebefiguren gefragt ist, sondern auch durch schauspielerische Potenz. Bravourse Tnzer-Darsteller sind alle fnf Solistinnen und Solisten. Alexei Turko als Onegin, erst ein arroganter Miggnger und „Prototyp des berflssigen Menschen“ (Puschkin), dann ein an der Liebe Verzweifelnder; Alina Bakalowa als Tatjana, die sich sich vom vertrumten Mdchen zur selbstbewussten Frau wandelt; Ekaterina Schigalowa als lebensfrohe Olga, Nikolaj Radiesch als sensibler Lenski und Oleg Markow als General, ein erblindeter Herrenmensch.
Szenenbeifall begleitet Eifmans Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik und Licht, das vom Publikum am Schluss mit Ovationen gewrdigt wird.
Als „Enzyklopdie russischen Lebens“ der gehobenen Mittelschicht und ihrer Umwelt wird Puschkins „Roman in Versen“ gepriesen, den Tschaikowski als Vorlage fr seine wunderbare Oper nutzte. Das Psychogramm der russischen Gesellschaft am Vorabend des Dezemberaufstands von 1825 verlegt Eifman in unsere Zeit. Exakt in das Jahr 1991, als die Sowjetunion zerfiel und der Traum vom demokratischen Aufbruch die Menschen erfllte.
Wie es um die „geheimnisvolle, unberechenbare und sehr sensible“ russische Seele heute steht, will Eifmann mit seiner Tanztheaterkunst ergrnden. Auch die Fragen „Wie wrden die Helden des Poems ihr Leben heute fhren?“ und „War Puschkins Werk ein Zeichen des Schicksals zahlreicher Generationen meiner Landsleute?“ treiben Eifman nach eigenem Bekunden um.
Wenn die Theaterikone mit seiner von poetischen Reizen, dramatischer Energie, farbiger Dynamik, blutvoll-melancholischer Kraft und immer wieder verblffender Fantasie berreich gesegneten Choreografie Puschkins Menschen als unsere Zeitgenossen vorstellt, dann will er die Gesellschaft spiegeln und auf eine Verbesserung der Verhltnisse hinwirken.
Grundstzlich hlt sich Regisseur Eifman, bei dem auch Ironie und Witz nicht zu kurz kommen, an die Vorlage, ergnzt sie jedoch mit neuen Szenen, vornehmlich mit Traumsequenzen: Onegin erscheint Tatjana als Ritter, der sie vor Monstern rettet; Onegin wird vom Geist des erstochenen, also nicht wie bei Puschkin im Duell getteten Lenski heimgesucht. Obwohl Eifman sich damit Mglichkeiten fr glanzvolle Choreografien schafft, gemahnen diese Episoden zu sehr an Geisterbahn und an den aus dem Grab gestiegenen Vater Hamlets.
Was der Qualitt dieser Produktion, deren Faszination auch auf den fantastischen Ensembles grndet, keinen Abbruch tut. Immer wieder berraschen schlssige Ideen. Nur ein Beispiel: Tatjanas berhmtes Liebesbekenntnis im Brief an Onegin wird szenisch variiert. Am Ende kndet Onegin Tatjana von seiner Liebe auf weien Blttern, die ungelesen vom Winde verweht werden.
Natrlich erklingt Tatjanas Briefthema immer wieder, dessen erste Textzeile vom Untergang kndet. Die sorgfltig und kenntnisreich ausgewhlten Passagen aus zahlreichen Tschaikowski-Kompositionen bilden einen bereichernden Kontrast zu Kompositionen des russischen Rockmusikers Alexander Sitkowetzki.
Eifmans Compagnie von Weltrang zeichnet sich nicht nur durch tnzerische Perfektion aus, die vornehmlich in den ungewhnlichen Hebefiguren gefragt ist, sondern auch durch schauspielerische Potenz. Bravourse Tnzer-Darsteller sind alle fnf Solistinnen und Solisten. Alexei Turko als Onegin, erst ein arroganter Miggnger und „Prototyp des berflssigen Menschen“ (Puschkin), dann ein an der Liebe Verzweifelnder; Alina Bakalowa als Tatjana, die sich sich vom vertrumten Mdchen zur selbstbewussten Frau wandelt; Ekaterina Schigalowa als lebensfrohe Olga, Nikolaj Radiesch als sensibler Lenski und Oleg Markow als General, ein erblindeter Herrenmensch.
Szenenbeifall begleitet Eifmans Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik und Licht, das vom Publikum am Schluss mit Ovationen gewrdigt wird.