Fast 70.000 Narren beim Fuldaer Rosenmontagszug
Von Leoni Rehnert
Fulda
Es mögen vielleicht ein bisschen weniger Besucher als im vergangenen Jahr gewesen sein – doch die Stimmung war bombastisch. Nicht zuletzt der blaue Himmel sorgte am Montag für gut gelaunte Narren.
Knapp 70.000 verabschiedeten die Fastnacht und den amtierenden Fuldaer Prinzen Michael Logisticus LXXI. in und all seine Kollegen aus dem Landkreis Fulda in den Ruhestand – bis es dann am 11.11.2012 wieder von vorn losgeht.
Bester Stimmung waren die Karnevalisten – allen voran die 4310 Aktiven, die im Zug mitmarschierten. Doch politisch – lokal, regional, global – waren die Aussagen eher selten. „Wenn ihr den Bundespräsidenten nicht in Ruhe lasst, dann kommt ihr alle in den Knast“, hatte der Kämmerzeller Carneval Club gereimt.
Doch die sich anschließende Frage, ob sie den zurückgetretenen Wulff oder den künftigen Bundespräsidenten Gauck meinten, beantworteten sie prompt selbst. Und zwar mit dem Slogan „Das Ende der Narrenfreiheit“. Damit konnte also nur der Niedersachse Wulff gemeint sein.
Darüber hinaus blieb der Rosenmontagszug überraschenderweise relativ unpolitisch. Doch Volkes Stimmung war bestens. Nicht zuletzt, weil die Sonne so schön blinzelte, sodass Sekt und Bier nochmal so gut schmeckten. „Ach, es ist doch gut, dass wir nach all der Kälte jetzt endlich mal schwitzen“, hieß es mehr als einmal am Festzugrand, wo sich alle Generationen bestens vertrugen.
Da waren selbst eingefleischte Köln-Bewohner überrascht, wie herzlich und lustig die „Norddeutschen“ aus Fulda feiern können. Tatsächlich stammen jene „Kölner“ ursprünglich aus Fulda, und sie hatten es sich nicht nehmen lassen, den Renovierungs-Hilfe-Besuch bei der Verwandtschaft auszudehnen und den Fuldaer RoMo anzuhängen. Aber die Vergleichs-Kritik blieb milde: „In Köln ist mehr Musik“, hieß es – und das ist auszuhalten. Allerdings ist es ja auch gar nicht wahr: Die fuldischen Musikgruppe und ihre zahlreichen musikalischen Gäste machten großartige Stimmung.
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