Närrisches Aufwärmprogramm beim Romo-Empfang
Von Anne Kramer
Föllsch Foll
Wer Rosenmontag unbeschadet überstehen will, der sollte sich gut vorbereiten. Beim Romo-Empfang in der Orangerie wärmten sich die Karnevalisten für den Höhepunkt der Kampagne auf.
So sieht närrischer Frühsport aus: Die Handflächen werden warm geklatscht, die Hüften kommen beim Schunkeln in Schwung, die Stimmbänder werden beim Mitsingen auf Betriebstemperatur gebracht und der Tanz zu „Ruckizucki“ bringt den Kreislauf richtig auf Touren. Wenn dann noch ein Gläschen Wein am Morgen die Kehle wärmt, kann der Umzug getrost kommen.
Ausdauer wurde den Fastnachtern beim Romo-Empfang ebenfalls abverlangt: Denn wenn 13 Vereine – die Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG) und zwölf Randstaaten – nacheinander in den Saal einmarschieren, ist im wahrsten Sinne des Wortes Stehvermögen gefragt. Und sogar im „Brain Jogging“ (zu deutsch: Gehirn-Dauerlauf) üben sich die Jecken schon zu früher Stunde, weil jede Tollität mit ihrem eigenen Schlachtruf begrüßt wird – da muss man hellwach sein.
Selbst die Tränendrüse wird trainiert: Fürstin Anja Beberweyk aus dem Nordend hält im Namen aller Randstaaten-Aktiven eine derart emotionale und mitreißende Rede, dass so manchem Jecken die Tränen in den Augen standen. Und Tränchen kullern auch bei Prinzenmariechen Lena Stelzner: Die junge Frau ist vom Applaus so gerührt und zugleich so traurig, dass die Kampagne bald vorbei ist, dass die Gefühle sie überwältigen – auf ihre famose akrobatische Tanzdarbietung hat dieser Gefühlaufbruch allerdings keine Auswirkung.
Die Lachmuskeln strapaziert der Auftritt der „Amigos aus dem Landratsamt“: Landrat Bernd Woide und Erster Kreisbeigeordneter Heiko Wingenfeld (beider CDU) legen ein tolle Show hin. Mit dem Titel „Komm Bernd, hol’ uns den Vogelsberg“ (auf die Melodie des Pet-Shop-Boys-Hits „Go-West“) schwelgen die beiden im Größenwahnsinn und träumen davon, den Vogelsberg dem Kreis Fulda einzuverleiben. OB Gerhard Möller (CDU) schloss sich diesen Allmachtsfantasien an.
Dass Foaset feiern jung und fit hält, beweisen die Fuldaer Fastnachtssänger, die in diesem Jahr ihren 50. Bühnen-Geburtstag feiern. Deswegen bekommen sie von OB Möller eine Ehrenurkunde und einen eigens für sie gestalteten Glückwunschorden, bevor sie die Föllsche Hymne „Ich bin in Fulda verliebt“ anstimmen. Diesen Worten schließt sich Prinz Michael Logisticus LXXI. an und setzt noch einen drauf: „In Fulda verliebt war ich schon immer, inzwischen bin ich mit Fulda verheiratet.“
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