Fulda +17°/+6°C
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
23. Februar 2009



Liaison von Aha und Tequila

HÜNFELD Auch der leichte Nieselregen, der bei der zweiten Runde des närrischen Lindwurms um den Hünfelder Rathausberg einsetzte, hat die Narren der Haunestadt beim Rosenmontagszug nicht verdrießen können:

In dichten Reihen standen sie zwischen Anger, Haupt-, Töpfer und Mittelstraße, um die 52 Zugnummern mit insgesamt 891 Teilnehmern zu bejubeln. Und wenn der Zug mal stockte, dann schunkelten sich die Zuschauer, die zahlreicher am Straßenrand standen als im vergangenen Jahr, einfach warm oder griffen zu einem Schluck Aha.
Mit ihren aufwendig gestalteten Motivwagen eröffneten die Mackenzeller Karnevalsvereinigung und der Kirmes- und Karnevalsverein (KKV) Nüst den Zug. Die Mackenzeller nahmen dabei das Kunstprojekt „Offenes Buch“ in Hünfeld auf die Schippe und formulierten ihren eigenen Anspruch: „Mit Krempel und mit Kunstverstand geh’n Maz und Moz durchs Narrenland.“
Die Nüster Gruppen hatten sich ganz der Luftfahrt verschrieben, wobei der Doppeldecker des KKV mit dem Spruch „Wir fliegen ohne Öl und Gas, unser Treibstoff ist der Spaß“ auf die schräge Startrampe ging und der Heimat- und Kulturverein die längliche Konstruktion einer „Kultur-Airline International“ ins Rennen schickte. Die mit dem KKV befreundeten Fußballer aus Dietershan waren mit dem etwas anrüchigen „Saunaclub Uschi“ vertreten.

„Nichts für Weicheier“

Die größte Fußgruppe des Zuges, für dessen reibungslosen Ablauf wieder einmal Ernst Malkmus als Organisator sorgte, stellte diesmal mit 80 Teilnehmern die Dorfgemeinschaft Sargenzell. Sie begeisterten mit fantasievollen Unterwasserwelt-Kostümen.
Das Thema Bankenkrise knöpfte sich der Malgeser Carnevalsverein vor: Dort druckt man das Geld nun offenbar selbst. Jeweils mit einem Großaufgebot an Garden und Fußgruppen vertreten waren der SV Hellas Michelsrombach und der Tanz- und Kulturverein Großenbach. Der Bacardi-Club Kirchhasel unternahm derweil im Bauwagen eine „Bewegungsfahrt des Waldkindergartens“ unter dem Motto: „Unser Kindergarten ist nichts für Weicheier!“ Und ein gewaltiges Spukschloss hatten die Vampire der Fastnachtsfreunde Roßbach/Kirchhasel gezimmert. Zwischen den Fußgruppen, Tanzgarden und 19 Motivwagen lockerten vier Kapellen (Musikzug Wilhelm Tell Hünfeld, Fulda Highlanders, Musikzug Eiterfeld & Arzell sowie Musikverein TV 09 Burghaun) das Bild auf und brachten mit schmissigen Klängen das Publikum zum Mitklatschen. Während die Junge Union Steinbach die politischen Ereignisse des vergangenen Jahres in Hessen aufs Korn nahm, waren lokalpolitische Spitzen diesmal Mangelware.
Die gastgebende Hünfelder Karnevalgesellschaft schickte für ihren Elferrat wieder die inzwischen schon etwas ramponierte große Gaalbern ins Rennen, während die als Mexikaner verkleideten Magistratsmitglieder auf einem nagelneuen Wagen glänzten – und angeblich in Südamerika nach einer neue Partnerstadt für Hünfeld Ausschau halten: Die Mischung von Aha und Tequila soll’s dabei bringen.


Johannes Heller



Leser-Kommentare ( 0 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden