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15. Februar 2010



55.000 Narren trotzen Kälte beim Romo-Zug

FULDA 55.000 Narren haben der Eiseskälte in Fulda getrotzt und bei Hessens größtem Rosenmontagszug ausgelassen gefeiert. Tapfer stieg auch Karnevalsprinz Philipp Atzert am Mittag hinauf auf seinen Prunkwagen und schunkelte sich warm. (Video, Fotostrecken)

Noch am Wochenende hatte er alle Fastnachtstermine wegen des Verdachts auf eine Lungenentzündung absagen und das Bett hüten müssen. Deswegen trug der Prinz eine wärmende, schwarze Mütze unter seiner mit langen Federn geschmückten Narrenkappe. In Topform war Atzert nicht. Zug- Mitorganisator Walter Otterbein sagte: „Der Prinz ist schlecht bei Stimme. Er hat vom Arzt nur für heute Mittag frei bekommen und muss danach wieder ins Bett. Gesundheit geht vor.“

Fast hätte sich das Wetter in der osthessischen Barockstadt schon im Vorfeld als Stimmungskiller erwiesen. Noch vor wenigen Tagen hatten die Organisatoren des Zuges erwogen, das Fastnachtsspektakel abzusagen. Angesichts glatter Straßen hatten sie befürchtet, dass Fahrzeuge unkontrolliert in die Menschenmengen rutschen könnten. Letztlich setzte sich die aus 233 Zugnummern bestehende bunte Karawane dann doch wie geplant in Bewegung. Elf ohrenbetäubend laute Böllerschüsse aus einer Konfetti-Kanone lieferten um 13.33 Uhr das Startsignal. Ein Streufahrzeug fuhr dem Lindwurm vorweg, um letzte Schnee- und Eis-Reste aufzulösen.



Die Polizei meldete keine negativen Zwischenfälle. „Es ist absolut friedlich. Es herrscht eine fröhliche Stimmung in der Stadt. Es gab nur vereinzelt kleine Rangeleien“, sagte ein Polizeisprecher. An der rund drei Kilometer langen Strecke regierte der Frohsinn. Als Engelchen und Teufelchen verkleidete Narren tanzten in friedlicher Eintracht und stießen mit kleinen Schnäpsen miteinander an. Am Bahnhofsvorplatz zogen die Motivwagen, Musikkapellen und Fußgruppen winkend am Prunkwagen des Prinzen vorbei. Für Laien unter den Besuchern beschrieben Kommentatoren über Lautsprecher das Geschehen und stellten die einzelnen Vereine vor.

Musikgruppen und Marching Bands spielten Stimmungslieder und Gassenhauer zum Mitsingen. Im Gegensatz zu den bibbernd auf der Stelle tippenden Menschen am Straßenrand konnten sich die Tanzmariechen im Zug warm turnen. Doch auch sie durften in ihren Strumpfhosen nicht kälte- empfindlich sein.



Persiflage-Wagen waren im Fuldaer Zug rar gesät. Ein paar Karnevalisten aus dem ländlichen Osthessen spotteten mit einem Spruch an ihrem Mottowagen: „Brauch nicht Opel, VW und Ford - Ich komm mit meinem Pferd von Ort zu Ort.“ Auf die Schippe genommen wurden vor allem lokal-politische Themen. Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) wurde gefragt: „Stadtplanung - was wohin?“ Auf Fuldas Baustellenkarten seien noch viele Fragen offen, kommentierten die Streckenredner. Um die Schweinegrippe kamen die Karnevalisten natürlich auch in Fulda nicht herum: „Die Impfstoff-Überschuss- Attacke - auf die alte Schweinebacke“, stand über einem mit Spritzen gespickten Schwein.



In Wallung kamen die Zuschauer an der Wegstrecke vor allem durch die Klänge von Fanfarenzügen und heißen Samba-Rhythmen von Trommlern. Bei soviel Heißblütigkeit und überkochendem Temperament dachte sich ein Fastnachtsverein aus Fulda, für Abkühlung sorgen zu müssen. Die Narren warfen von ihrem Wagen Wassereisstangen in die johlende Menge.



Leser-Kommentare ( 2 )
  • eichenzeller (10) | 16. February 2010;16.02.2010;1266309196 --> 16 Februar 2010
    schnee und eis

    nach wochen von scnee und eis auf den
    strassen kommt rosenmontag, und siehe
    da, man kann es auch wegräumen.

  • Eiche (337) | 17. February 2010;17.02.2010;1266392775 --> 17 Februar 2010
    Wichtiges

    Unsere Stadtverwaltung mit dem OB`s an der Spitze kann halt Prioritäten setzen.