„artist 2014“ zeigt Kunst von Michael Barthel, Meike Dölp, Petra Lange und Jörg Nemela

„artist 2014“ zeigt Kunst von Michael Barthel, Meike Dölp, Petra Lange und Jörg Nemela

26. Juli 2014
Fulda

Der Titel ist nüchtern, doch dahinter steckt eine interessante Ausstellung: „artist 2014“ heißt die neue Ausstellung im Fuldaer Vonderau Museum, die vier völlig verschiedene künstlerische Positionen präsentiert. Am Freitagabend um 19 Uhr wurde die Schau eröffnet.

Michael Barthel, Meike Dölp, Petra Lange und Jörg Nemela nehmen derzeit die Räume am Jesuitenplatz quasi in Besitz, um ihre künstlerischen Ausdrucksformen dem Publikum nahe zu bringen. Was die Vier eint, ist eine wie auch immer geartete biografische Verbindung zur Barockstadt.

Barthel, der älteste im Bunde, wurde 1944 in Zwickau geboren, verbrachte aber seine Schulzeit in Fulda, bevor er zum Kunststudium nach Berlin ging. Nach einer jahrelangen Unterbrechung – Barthel war Kommunalpolitiker – nahm er 1993 seine künstlerische Arbeit wieder auf. Seine merklich vom Surrealismus geprägten Bilder zeigen, dass er in all der Zeit das Handwerk nicht verlernt hat: Es sind meisterlich gemalte Bilder, bei denen er oft von Farbstrukturen ausgeht, die nach einem komplizierten Prozess, wie er sagt, zu stürzenden Engeln, Seestücken oder mystischen Landschaften werden.

Meike Dölp, 1970 in Ulm geborene ehemalige Schülerin des Domgymnasiums Fulda, hat für die Ausstellung eine Vitrine bestückt mit einem Installationswerk voller Bilder, Wörter, Gedankenschnipsel. „Mindmaps“ nennt sie ihre Arbeiten, in denen sie aus Begriffen wie „Geld“ und „Gesundheit“ neue Zusammenhänge herstellt und mitunter witzige oder tragikomische Bezüge zum eigenen Ich herausarbeitet. „Mein Werk“, sagt sie, „kann man von vorne und hinten lesen und immer wieder etwas entdecken.“ Zumal es so nur in Fulda zu sehen sein wird.

Geradezu streng nehmen sich im Vergleich dazu die Werke von Jörg Nemela aus. Er wurde 1975 in Fulda geboren und wuchs in Schlüchtern auf. Das Gestaltungsprinzip seiner konstruktivistischen Bilder basiert auf Rastern. Es sind Quadrate, Streifen oder kreisförmige Strukturen, deren Ordnung Nemela durch die malerische Bearbeitung aufhebt. Auf gespachteltem Untergrund entfalten seine Farben und zum Teil fast reliefartig herausgestellten Formen eine besondere Faszination.

Jedem der Drei „gehört“ ein eigener Raum, einzig mit den Skulpturen von Petra Lange müssen ihre Bilder korrespondieren. Die 1967 in Dortmund geborene Künstlerin ist mit ein paar Werken im öffentlichen Raum in Fulda präsent und zeigt nun eine abwechslungsreiche Auswahl ihrer Objekte.