Eine Vernissage, bei der die Hütte brennt

Ausstellung "Now!!!" von Peter Henryk Blum eröffnet

23. August 2013
Fulda

Ein Clown im Zwiegespräch mit einem Skelett, ein saufender Engel und viel nackte Haut – all das und noch viel mehr bietet die gerade eröffnete Einzelausstellung "Now!!!" von Peter Henryk Blum im Fuldaer Vonderau Museum.

Wenn Peter Henryk Blum und seine Frau Marianne irgendwo auftauchen, packt die Langeweile ihre Koffer. Garantiert ist, dass die Hütte brennt. So lief auch die "Now!!!"-Vernissage am Mittwochabend in der Kapelle des Vonderau Museums ein bisschen anders ab als andere Ausstellungseröffnungen. Doch der Reihe nach.

Museumsdirektor Gregor Stasch wurde mitten in seiner Begrüßung der zahlreichen Besucher ziemlich unsanft unterbrochen. "Das nehmen Sie sofort zurück!", brüllte eine Dame mit wildem Haarschopf aus heiterem Himmel, die lässig an der Wand gelehnt hatte. Neben ihr eine weitere wild toupierte Frau, die ihre Kollegin zu beschwichtigen versuchte. Während die beiden sich kabbelten, stellte Stasch sie als das Duo Duelle vor – Marianne Blum und Marina Gajda – mit der Mission, Fakten über den Künstler mal ein wenig anders an den Mann zu bringen.

So erklärten die beiden Krawallschachteln auf ihre Art, dass Blum 2014 eine Einzelausstellung in der Londoner Hay Hill Gallery haben wird und blieben auch musikalisch dem London-Thema treu.

Oberbürgermeister Gerhard Möller schließlich war sich sicher, er würde Eulen nach Athen tragen, wenn er Fulda etwas über den Künstler Peter Blum erzählen würde. So umriss er dessen Werdegang nur kurz und freute sich stattdessen über "so ein gefülltes Haus – das ist schon außergewöhnlich". Zudem betonte er, wie schön es sei, vor Großbritanniens Hauptstadt die Ausstellung im Vonderau Museum haben zu können.

Blum selbst, der erst am Abend vorher erfahren hatte, dass er auch etwas sagen sollte, erzählte, dass er sich nach dem Anruf von Gregor Stasch ("Haben Sie Ende August schon was vor?") eingeschlossen und bis kurz vor einer Sehnenscheidenentzündung gemalt habe.

Was bleibt da angesichts der wunderbaren Werke zu sagen, außer: "Das war's wert!"?

Die Ausstellung "Now!!!" ist bis zum 22. September dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen.