Einzigartige Sichtweise auf Frankfurts Hochhäuser: „skyline@nite" bis Sonntag auf Buchmesse

11. Oktober 2014

Erich Mehrl war einst ausgebildeter Polizist, gab sich dann nach und nach seiner Liebe zur Fotografie hin. Heute überzeugt der freischaffende Fotojournalist mit seiner Ausstellung „skyline@nite", die im Rahmen der Frankfurter Buchmesse noch bis Sonntag zu sehen ist.

In Halle 4.1 der Frankfurter Buchmesse regiert in diesen Tagen die Kunst. Kämpfen sich die Besucher den engen Weg frei, vorbei an zahlreichen Kunst und Designbücherständen zum Stand N 74, erwartet sie natürliche Aufnahmen vom Bankenviertel der Mainmetropole aus Perspektiven und zu Uhrzeiten, die wohl auch der Mehrzahl der Frankfurter bisher verborgen geblieben sind.

„Von unten zu fotografieren war mir schlicht zu langweilig", sagt ein sichtlich stolzer Erich Mehrl, während er die verschiedenenen Fotowände präsentiert. „Deshalb habe ich mich nahezu auf das gleiche Höhenniveau begeben und erreiche eine ganz andere Sichtweise auf die Hochhäuser, für die ich mich schon lange interessiere", erklärt der 56-Jährige.

Mehr als drei Jahre arbeitet der freie Fotojournalist, der eine Vorliebe für Achitekturfotografie besitzt, bereits an seinem Lieblingsprojekt. Beim Betrachten des Ursprungsbilds der Ausstellung, gerät der gebürtige Würzburger ins Schwärmen. Mehrl hatte sich dafür bereits in den frühen Nachmittagsstunden des 10. Septembers 2012 auf einer privaten Dachterrasse positioniert. „Dann hat der Taunuswind plötzlich den ganzen Smog aus der Stadt geblasen – und ich hatte einen derart klaren Himmel mit einem strahlenden Mond." Das entscheidende Bild sei deshalb erst mehrere Stunden nach Ankunft um 20.30 Uhr entstanden.

Die Idee zu einer kompletten Galerie hatte er Monate vorher, nachdem er die Anfrage eines großen Geldinstitutes bekam, „ob ich nicht die „Wort-Bild-Marke"(Unternehmenssymbol auf dem Gebäude) der Bank im Frankfurter Stadtgebiet fotografieren wolle" – plötzlich wollten andere Banken auch Werke für ihr historisches Archiv – und Erich Mehrl machte nach den Aufträgen einfach weiter.

Im Herbst 2014 hat der Fotograf nun eine eigene, 40 Bilder umfassende Ausstellung im Rahmen der Buchmesse – für Mehrl Ehre und Premiere zugleich. „Ich hatte im Rahmen der Stiftung „Buchkunst" in Frankfurt ausgestellt und danach bekam ich eine Anfrage die Galerie hier zu präsentieren."

Bis dahin war es ein langer Weg. Nach der abgeschlossenen Ausbildung zum Polizisten , schaffte er es Anfang der 1980er Jahre nicht in die gewünschte Spezialeinheit. Da ihm die Passion zur Kamera schon länger begleitete , holte Mehrl an der Abendschule sein Abitur nach und fand Kontakte zum Fotolabor des evangelischen Pressedienst in Frankfurt. „Später war ich dort Bildredakteur und Fotograf sowie stellvertretender Redaktionsleiter." Seit 1998 ist er freischaffender Journalist.

Ein Lieblingsbild seiner Galerie hat der Fotograf trotz der Vielzahl der Exemplare und dazugehörigen Anekdoten dennoch nicht. Im Gegenteil: „Das nächste oder das übernächste Bild ist immer das Lieblingsbild", philosophiert der Künstler, der die Galerie noch längst nicht am Ende sieht. „Das wird ein Langzeitprojekt bleiben, ich darf gar nicht aufhören" sagt der Fotograf. Denn: „So kann ich wunderbar und auf einzigartige Weise die Stadtentwicklung dokumentieren."

Einzigartig ist auch die Möglichkeit, die Erich Mehrl zusammen mit Bettina Gehbauer-Schumacher, Autorin des Reiseführers „Das energieeffiziente Frankfurt" interessierten Fotografen bietet. Unter info@archivmehrl.de können interessierte sich für Fotoworkshops (Kostenpunkt 139 Euro) anmelden, bei denen Mehrl Tipps und Hilfestellungen zur Architekturfotografie gibt, verbunden mit Informationen zur Mainmetropole und dem Erleben der Stadt bei Nacht.