"Frauen forschen": Foto-Ausstellung im Bonifatiushaus

15. Mai 2014
fulda

Hinter gigantischen Apparaturen mit Leitungen, Schrauben und zischenden Hähnen steht eine Frau. Eine andere grübelt über mathematische Formeln, während sie ihr Baby im Arm hält. Die Ausstellung "Frauen forschen" im Fuldaer Bonifatiushaus zeigt 25 solcher außergewöhnlichen Portraits.

"Unsere Gesellschaft ist voller Bilder von Frauen", sagte Stadtbaurätin Cornelia Zuschke bei der Eröffnung. "Im Fernsehen werden wir damit gelangweilt, wie junge Frauen versuchen, sich gegenseitig dabei auszustechen, Topmodel zu werden. Die alte Geschichte von Schneewittchen scheint wieder wahr zu werden, aber die Wahrheit liegt tiefer. Der Wert liegt im Wesen, das ist das Besondere an den Frauenporträts."

Die Fotografin und Filmemacherin Bettina Flitner hat Spitzenforscherinnen für ihre Ausstellung abgelichtet. Ihre Fotos sind komplex oder seriell in Bezug gesetzt – die Wiederholung des Unterschiedlichen, die für sich gesehen, einen eigenen Kontext bildet. Durch die Augen der Frauen werde aus unserer Ahnung eine positive Gewissheit und anders als in den Hochglanzbroschüren fühlten wir, wie dieses Wissen uns mit den Frauen auf den Darstellungen verbindet.

Das Besondere ist, dass Flitner die Frauen nicht nur im Beruf zeigt, sondern auch beim Genießen des Lebens. So hat sie etwa die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard in ihrem Seerosenteich abgelichtet. "Aber ob sie wirklich nackt war, werde ich nicht beantworten", sagte die Fotografin mit einem Lachen. Nüsslein-Volhard habe sie zu der Idee inspiriert. "Ich habe festgestellt, dass von der Forscherin kein Foto existierte, als sie den Nobelpreis gewonnen hat", sagte Flittner. Sie sah also Handlungsbedarf und wollte gleichzeitig das Klischee von der klugen Frau als hässlichem Entlein brechen. Herausgekommen ist eine Ausstellung, in der die Fotografin keine Abziehbilder präsentiert, sondern Vorbilder.

Die Fotoausstellung ist bis zum 15. Juli im Bonifatiushaus Fulda (Neuenbergerstraße 3-5) geöffnet.