Konrad-Zuse-Museum präsentiert
neue Errungenschaft: den Z 11

28. März 2014
Hünfeld

Es brummt und rattert, als Dr. Horst Zuse den roten Knopf drückt: Es sind Töne wie Musik für die vielen Zuseaner und Gäste, die zur Präsentation der neuen Errungenschaft des Hünfelder Konrad-Zuse-Museums erschienen sind. Doch plötzlich raucht es kräftig. Eine Sicherung in der riesigen Z11 ist durchgebrannt.

Zwar ist der Testlauf gescheitert – "Vorführeffekt eben", sagt der Sohn des Computerpioniers Konrad Zuse achselzuckend und lacht –, das aber tut der Begeisterung der Gäste ob der 1955 gebauten Rechenmaschine keinerlei Abbruch. Der Arbeitsplatz der Z11 ist eine Dauerleihgabe des Vermessungstechnischen Instituts Dortmund. Jetzt also steht sie im ersten Stock des Hünfelder Konrad-Zuse-Museums – und kann dort von allen Technikbegeisterten bewundert werden.

Insgesamt 46 dieser Z11-Rechner waren in der Nachkriegszeit ausgeliefert worden, der Kaufpreis betrug im Jahr 1959 rund 120 000 DM, erklärte Horst Zuse während einer Präsentation. Hauptsächlich war die Maschine im Vermessungswesen eingesetzt worden, aber auch in der optischen Industrie und für die Berechnung von Renten und Pensionen.

Die zwei Tonnen schwere Maschine von Dortmund nach Hünfeld zu schaffen, war eine größere Herausforderung. Die empfindliche Z11 musste auseinander- und wieder zusammengebaut werden, alle brüchigen Kabel ausgetauscht, gelötet und erneut angeklemmt werden, berichtete Zuse, der die neue Errungenschaft des Museums ein "Prachtstück" nannte. "Es ist so eine schöne Maschine: Als wir sie zum ersten Mal sahen, waren wir sofort verliebt", schwärmte Zuse, der in Hünfeld aufgewachsen ist und heute Professor an der TU Berlin ist.

Grußworte während der Präsentation sprachen auch Ute Schneider, stellvertretende Museumsleiterin, Dr. Wilhelm Mons, Leiter der Zuse-Abteilung, Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (CDU) sowie Ingo von Stillfried vom Dortmunder Institut. / sam