24 Kinder bei Walderlebnistagen auf Erkundungstour
Von Anne Hämel
Stellberg
Wo Dachs und Fuchs sich einen Bau teilen: Zahlreiche Schüler haben während der 20. Walderlebnistage im Wald am Stellberg das grüne Ökosystem genauer kennengelernt. Sehen, fühlen, hören.
„Achtung, Baum fällt“, riefen die 24 Kinder der dritten und vierten Klasse der Matthäus-Schule Steinbach, die an den Walderlebnistagen am Stellberg teilgenommen haben. Forstwirtschaftsmeister Dieter Langgut hatte das Fällen erklärt, und schon kurz darauf fiel der etwa 25 Meter hohe Baum mit einem lauten Knall zu Boden.
Nachdem die Kinder mit vereinten Kräften versuchten, einen Stamm beiseite zu schaffen, kam Rückpferd Mozart mit Führerin Birka Becker aus Stockhausen zum Einsatz. Mit seinen 800 Kilo Körpergewicht verrückte Mozart den Stamm ohne Probleme. Als Dankeschön bekam er liebevolle Streicheleinheiten von kleinen Kinderhänden.
Dann ging es steil hinauf zum Pflanzentisch. Dort lernte die Klasse von Förster Stefan Ostertag, der die Kinder mit Wachtelhund Jule durch den Rundweg führte, die wichtigsten Bäume des deutschen Waldes kennen. 500, 1000 oder gar 2000 Jahre: Die Kinder waren um keine Zahl verlegen, als es darum ging, das maximale Alter der Pflanzen zu schätzen. Sie teilten Stefan Ostertag munter eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit Bäumen und Sträuchern mit.
Schnell errieten sie auch, dass es sich bei der Steinansammlung, an der sie vorbei zogen, um Lavagestein handelt. Und Ostertag erklärte: „Wir stehen auf einem echten Vulkan.“ Dass sich Dachs und Fuchs manchmal einen Bau teilen, war nicht allen neu. „Der Dachs ist allerdings der sauberere von beiden“, ergänzte Ostertag.
Dachstuhl, Schippe und Nudelholz
Bei ihrer achten Station, den Fühlkästen, zeigte sich, wer von den Sprösslingen besonders mutig ist. Denn nicht jeder traute sich, die Hand in die Kästen zu stecken, ohne vorher auch einen Blick hinein geworfen zu haben. Ertastet wurden Fichtenzapfen, Moos und Rinde.
An der Holzstation lernte die Klasse am Beispiel von Dachstuhl, Schippe und Nudelholz, was der Wald nutzt und was alles aus Holz gemacht werden kann. Auf dem weiteren Rundgang durch den Wald entdeckten die Schüler eine Borkenkäferfalle. Diese veranschaulichte, welches Tier den Bäumen gefährlich werden kann.
Reh, Wildschwein, Eule und Marder: An der Tierstation stellte Ostertag anhand von ausgestopften Exemplaren einige Bewohner des Waldes, ihre körperlichen Eigenheiten und ihr Verhalten vor. Und so vergingen die Walderlebnistage, ausgerichtet vom Forstamt Hofbieber, wie im Flug. Innerhalb von zweieinhalb Wochen kamen 91 Schulklassen mit insgesamt 1722 Schülern bei der Aktion des Hessen Forsts in den Genuss, den Wald und seine Besonderheiten hautnah mitzuerleben. Das Fazit eines kleinen Mädchens: „Als Förster muss man ganz schön viel über den Wald wissen.“
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