415 Nachwuchs-Brandschützer beim Zeltlager
Von Norman Zellmer
Dalherda
Beim Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager in Hessens höchstgelegenem Dorf haben 415 Nachwuchs-Brandschützer teilgenommen. Erstmals in der Geschichte war das Programm geändert worden. Ein Zwischenfall sorgte für Aufregung.
Aus ungeklärter Ursache hatte ein Unterkunftszelt Feuer gefangen und war vollständig abgebrannt, teilte Steffen Hohmann, stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart, mit. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich alle Bewohner draußen aufgehalten. Verletzt wurde niemand. „Das war nur etwas Aufregung. Betroffene Jugendlichen haben sich neue Kleidung von zu Hause liefern lassen.“ Das Programm konnte wie geplant stattfinden.
Das viertägige Zeltlager ist der Abschluss des Vereinsjahres: Nach Ende der Feuerwehr-Wettbewerbe und zu Beginn der Sommerferien kommen alljährlich Nachwuchs-Brandschützer aus dem gesamten Landkreis zusammen, spielen gemeinsam, veranstalten nicht ganz so sportliche Wettbewerbe und bilden sich weiter. Zum zweiten Mal nach 1972 fand am vergangenen Wochenende das 44. Lager in Dalherda, Hessens höchstgelegenem Dorf, statt. Am kommenden Wochenende ist das zweite Lager. Insgesamt werden rund 760 Teilnehmer erwartet.
Bei der ersten Veranstaltung lernten sich die 10- bis 17-Jährigen in Dalherda bei einer Lagerolympiade (Ergebnisse siehe unten) und einer Dorfrallye kennen, mussten Fragen zur Historie beantworten und bei Spielen Geschicklichkeit, Kraft und Mannschaftsgeist beweisen: Die Ausrichter, die Feuerwehren von Dalherda und Hettenhausen, hatten sich die Spiele ausgedacht. Die Jugendgruppen mussten mit einem Schlauchverteiler Luftballons zum Platzen bringen, mit Getränkekisten einen Strecke von zehn Metern überwinden und mit einer tragbaren Kübelspritze Wasser in einem Eimer sammeln. „Die Dorfrallye sorgt immer für Spaß und bringt eine sportliche Komponente in das Lagerleben“, erklärte Hohmann. Unterstützt wurde die Feuerwehr vom Katastrophenschutz des Landkreises, der die Jugendlichen bekochte und für die Sanitärinfrastruktur sorgte.
Lagerdisco mit Miss-Wahl
Erstmals in der Geschichte war das Programm in einigen Punkten geändert worden: So wurde auf Initiative des Jugendforums eine Lagerdisco eingeführt, bei der Jugendliche eine Miss-Wahl durchführten und das schönste und schrecklichste Kostüm wählten. Geändert hat sich auch das Seminar-Konzept, erklärt Hohmann. Statt Workshops mit feuerwehrtechnischer Ausbildung wurden 16 Kurse mit eher pädagogischem Inhalt angeboten, die Jugendlichen sich selbst aussuchten: Beispielsweise wurden Kinderschminken angeboten, das Mixen in der Saftbar, Bewegungsspiele, aber auch Kartenlesen und Sprechfunk, der Umgang mit Wärmebildkamera, hydraulischer Rettungsschere und Spreizer, Erste Hilfe, Kickboxen, Bogenschießen und Backen im historischen Backhaus. „Feuerwehrausbildung wird schon das ganze Jahr über in den Einheiten selbst betrieben, das müssen sie nicht auch noch hier haben“, so Hohmann. Der Sonntag klang aus mit einem Brunch und einer langen Frühstückstafel. Sie musste wegen des unbeständigen Wetters ausfallen.
Bei den Jugendlichen kommt das neue Konzept jedenfalls gut an. „Das hat richtig Spaß gemacht“, „die Rettungsschere kannte ich bislang nur aus dem Fernsehen“, „echt cool, was man als Fernmeldetechniker macht“, sagte einige.
Einer der Teilnehmer war Fabian Sauer. Für den 17-Jährigen von der Feuerwehr Dittlofrod/Körnbach war es das siebte und wohl letzte Zeltlager als Teilnehmer. „Das gehört einfach dazu“, sagt er. Man treffe immer neue Leute, habe Spaß bei den lustigen Spielen und mit Gleichaltrigen. „Das Zeltlager ist das Highlight im Vereinsjahr“, beschrieb er. Auch die Regenschauer, der Matsch im Vorzelt und Pfützen auf der Wiese störten da nicht. „Wichtig ist die richtige Kleidung.“ Viele Teilnehmer hatten wasserdichte Feuerwehrjacken an, trugen Gummistiefel und robuste Kleidung. Sauer und Kameraden waren so gut ausgestattet, dass sie eine eigene Kühlbox für sechs Getränkekästen mitgebracht haben. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagte er.
Ergebnisse der Lagerolympiade
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