A 66-Bau kommt voran
Von Volker Nies
Neuhof
Die größte und mit mehr als 150 Millionen Euro Kosten teuerste Baustelle im Kreis kommt voran. Die Lücke auf der A 66 zwischen Neuhof-Nord und Eichenzell wird in den nächsten 20 Monaten in zwei Schritten geschlossen.
Ende 2012 gibt das Land den Abschnitt zwischen Eichenzell und Neuhof-Nord frei – früher als geplant. Der Tunnel in Neuhof wird Anfang 2014 fertig – später als geplant.
„Angesichts der technisch schwierigen Arbeiten und der vielen Herausforderungen bei diesem Großprojekt sind wir mit den Abläufen bislang zufrieden“, sagt Markus Wagner, Leiter des Baudezernats Osthessen bei Hessen Mobil. Unter fließendem Verkehr wurden die B 40 und die Bahntrasse Fulda-Frankfurt auf engstem Raum verlegt.
Besonders schnell ging es auf der Ebene zwischen Neuhof-Nord und Eichenzell. Dieser 3,5 Kilometer lange Abschnitt soll vor Jahresende freigegeben werden. „Der Ort Kerzell, der bisher durch die B 40-Trasse getrennt ist, die über dem Ort verläuft, kann damit ein Jahr früher aufatmen“, sagt Wagner.
In dem 1,6 Kilometer langen Tunnel in Neuhof dauern die Arbeiten hingegen nach den Planungen von Hessen Mobil ein halbes Jahr länger als ursprünglich geplant. „Dafür gibt es nicht die eine Ursache, die alles erklärt. Viele kleine Probleme, die alle etwas Zeit kosteten, haben sich summiert“, erklärt Wagner.
Von dem 1600 Meter langen, vierstreifigen Tunnel sind bislang 1350 Meter fertig. Im Frühjahr nächsten Jahres soll der reine Tunnelbau abgeschlossen sein, wie Markus Wagner erläutert. Wenn die Wände des Tunnels und seine Decke stehen und die Straße asphaltiert ist, muss er technisch ausgerüstet werden – von der Elektronik bis zum Hydranten. „Der Tunnel wird erst freigegeben, wenn alle Sicherheitseinrichtungen funktionieren“, erklärt der Bauleiter.
Eine weitere Ursache für die Verzögerungen im Tunnel sind geänderte, neue Sicherheitsvorschriften: Im Mittelstreifen im Tunnelvorfeld, in dem es wegen dort verlaufender Kanäle und Leitungen ohnehin schon eng war, mussten zusätzliche Wände errichtet werden, um im Fall eines Feuers ein Umschlagen des Rauchs in die andere Tunnelseite zu vermeiden, berichtet der Dezernatsleiter.
Witterungseinflüsse und ein Bauuntergrund, der sich während der Arbeiten anders darstellte als er angenommen worden war, waren weitere Ursachen für die Verzögerungen. Technisch deutlich schwieriger als gedacht seien auch die Bauarbeiten unter Wasser. In Schmutzwasser sind Taucher und Schlammbagger eingesetzt. „Wenn man sieht, dass wir seit 2005 arbeiten und bei einer derart komplexen Aufgabe eine Punktladung fast unmöglich ist, liegen wir mit der Verzögerung von wenigen Monaten gut“, erläutert Wagner. Ein Teil des Projekts war das Verlegen eines Flussbetts und einer Trasse für ICE-Züge. Für die Bahn konnte zum Teil nur während kurzer Sperrpausen gearbeitet werden.
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