Fulda +11°/+2°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
6. September 2012



Baulücke am Abtstor 27 geschlossen

Leonie Rehnert

Fulda
Zehn Jahre war die Stammessen-Wirtschaft „Schnarr“ am Abstor bereits zu, als das ziemlich marode Haus im Sommer des Jahres 2011 abgerissen wurde. Jetzt ist die Baulücke wieder geschlossen, und der Bauherr hört viel Lob.

„Der Abriss des alten Gebäudes war selbst Jahre nach der letzten servierten Suppe eine sehr emotionale Angelegenheit“, weiß Architekt Andreas Ollertz, der das Haus gekauft hatte. „Fast jeder Fuldaer über 40 hat doch schon mal beim Schnarr gegessen. KeinWunder, dass da so mancher wehmütig wurde“, sagt Ollertz.

Kaufen wollte er die einstige Traditionsgaststätte und Metzgerei der Brüder Jean und Fridolin Schnarr zunächst nicht. Doch als Nachbar des schmalen Hauses links daneben mochte Andreas Ollertz nicht einfach darauf warten, wer wann was mit dem Schnarr-Areal eventuell vorhat.

2010 wurden sich die Familien einig, 2011 folgten Abbruch und Neubau – an eine Erhaltung sei wegen der schlechten Substanz vor allem im hinteren Bereich nicht zu denken gewesen. Und im März dieses Jahres zogen schließlich Mieter in die drei Wohnungen der oberen Geschosse ein. Interessenten waren dafür schnell gefunden, sagt Andreas Ollertz: „Die Nachfrage nach Wohnungen in der Innenstadt ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zudem ist das  Abtstor eine gute Gegend, ein schönes Quartier mit Kiez-Atmosphäre – vor allem seit die Straße umgebaut worden ist.“

Architekt ist eingezogen

Und weil das Ambiente so schön ist, hat der  Eigentümer das neue Domizil nun auch zum Arbeiten gewählt. Seit vergangener Woche ist der Architekt mit seinem Team aus dem Büro in der Kanalstraße ins Erdgeschoss am Abtstor eingezogen. Auf fast 200 Quadratmetern Grundfläche wird hier jetzt entworfen, gemessen, gerechnet  und an Plänen gefeilt – und das in Räumen mit einer  Glasfront im hinteren Bereich und mit Blick ins Grüne.

„Wir haben bis jetzt nur positive Resonanz bekommen“, sagt der Bauherr, und er ergänzt: „Ehrlich gesagt finde ich es gut, wenn man bei einem solchen Lückenschluss gar nicht so schnell bemerkt, dass  da was anders ist. Manche sehen das erst auf den zweiten Blick. Das spricht dafür,  dass sich das Neue gut einfügt.“

Verblüffung macht sich allerdings bei vielen Passanten breit, wenn sie die Jalousien in Augenschein nehmen. Und so mancher fasst sie interessiert und prüfend an.  „Nein, das ist kein goldenes Bambusgeflecht, es ist schlichtes Metall“, sagt Andreas Ollertz dann. Die Idee dahinter: Die Klappläden sollten nicht einfach als Sonnenschutz dienen, sondern durchaus noch Licht hereinlassen, aber zur Straße hin schützend wirken. „Da kamen wir auf diese Lösung, die vielen gefällt. Außerdem machen sie die Fassade lebendiger – und sind Gesprächsthema. So soll es doch sein.“


Leser-Kommentare ( 00 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden