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5. Juli 2012



Bermuda-Gastwirte bewerten die Sperrzeit-Debatte

Von Leoni Rehnert

Fulda
Die Reaktion der Bermuda-Dreieck-Gastwirte auf das abgesagte Machtwort des Fuldaer Ordnungsamtes zur Sperrstunde ist recht einheitlich.

 „Es war klar, dass das einer juristischen Prüfung nicht standhält“, kommentiert Andreas Muhl, Wirt des „Schöppchens“. Und auch Frank Sprenger vom „Krokodil“ sagt, er habe diese Entscheidung erwartet.

Waren die Beschwerden der Anwohner etwa „Getöse“, die Überlegungen der Stadt viel Lärm um nichts? Sind die Nächte jetzt ruhiger und die Straßen nicht mehr so schmutzig – nur, weil alle mal drüber gesprochen haben? Oder weil die Stadt nun einen Katalog präventiver Maßnahmen erstellt hat? So plakativ ist es wohl nicht, aber die Wahrheit liegt – wie meist – dazwischen, wenn man die Einschätzungen der Gastwirte hört, die übrigens alle freiwillig um 3 Uhr schließen: „Seit der Döner-Laden aus der Karlstraße weggezogen ist, ist es viel besser geworden“, sagt Andreas Muhl, der auch als Anwohner die Nächte in der Karlstraße kennt. „Vorher lagen hier Papier und Alufolie hundertfach herum, und das Kopfsteinpfalster glänzte fettig-dunkel. Kein Wunder, hier standen um 4, halb 5 so 20 bis 30 Leute für Döner an.“

„Türsteher sind keine Polizei“

Dass es besser geworden ist, sagen auch der „Krokodil“-Wirt Sprenger und Jochen Köhler von der „Altstadt“, der es außerdem gut findet er, dass er mit den Anwohnern nun engeren Kontakt hat. „Jetzt habe ich mehr Infos darüber, was sie genau stört – und die Beschwerden sind tatsächlich zurückgegangen. Das stimmt mich glücklich“, sagt Köhler.

Positiv bewertet Felix Wessling vom „Löwen“ die Verstärkung der Polizeistreifen in den vergangenen Monaten: „Das hat meines Erachtens einiges gebracht“, sagt er. Aber generell hält der „Löwe“-Wirt die Diskussion der vergangenen Monate „für viel Uffriss um nüscht“. Und angesichts der aktuellen Debatte um die Sonnenschirme fragt er sich, „ob die Stadt noch was anderes zu tun hat, als der Gastronomie das Leben schwer zu machen“.

Für die Zukunft nach der Sperrstunden-Entscheidung hat die Polizei bereits angekündigt, dass es im Bermuda-Dreieck auch weiterhin Fußstreifen geben wird. Vom Tisch ist wohl ein – von der Stadt einst angedachter – gemeinsamer Sicherheitsdienst der Lokale. „Das wäre nicht sinnvoll, zumal ein Türsteher ja nicht mit hoheitlichen Aufgaben betraut werden kann“, sagt Muhl und ergänzt: „Security-Leute kontrollieren den Ein- und Auslass eines Lokals, aber nicht die Ruhe in einem Viertel. Das ist der Polizei vorbehalten.“ Andreas Muhl, der selbst Polizeibeamter war, weiß: „Streife zu laufen, ist nicht der angenehmste Job für die Polizisten. Aber die Streife schafft ein Sicherheitsgefühl.“

Was die Sauberkeit der Kneipenmeile betrifft, so wünscht sich die Stadt, dass die Wirte möglichst zeitgleich kehren würden. „Das wird wohl nicht funktionieren, zu unterschiedlich sind die jeweiligen Situationen der Lokale“, sagt Felix Wessling. „Ich finde, die Stadt müsste am Wochenende die Service-Autos öfter durchfahren lassen“, meint Frank Sprenger. „Wir machen um 3 Uhr zu und im Dunkeln grob sauber, damit es nicht aussieht, als ob es hier ein Fest gegeben hätte. Wenn dann wieder welche um die Häuser ziehen und Dreck machen, dann können wir Wirte nichts dafür.“

Mehr Hintergründe zum Thema heute in unserer Printausgabe.


Leser-Kommentare ( 4 )
  • juvavum (31) | 5. July 2012;05.07.2012;1341485071 --> 05 Juli 2012
    Nachtruhe ???

    In Wirklichkeit hat sich nichts geändert außer die Verschmutzung durch Döner-Abfälle, die ist besser geworden.
    Gerade heute Nacht zwischen 03:30 - 04:30 Uhr war in der Ohmstrasse wieder der Teufel los, gegröle, Mülleimer umgeworfen, Handgreiflichkeiten. Wir reden immer über die Sonne, das Publikum vom Löwen das ist die Wurzel des Üblen.

  • SirArthur (49) | 5. July 2012;05.07.2012;1341475538 --> 05 Juli 2012
    Nachtruhe

    Ich persönlich wollte nicht in der Ecke wohnen. So wie die Menschen, die in der Nähe von Flughäfen wohnen, sollten auch die Menschen, die in Kneipenvierteln wohnen ein Recht auf Nachtruhe haben.

  • Steffi (203) | 5. July 2012;05.07.2012;1341504016 --> 05 Juli 2012
    Recht auf Nachtruhe??

    das haben die Leute die dort wohnen nicht.
    Wir haben mal über einer Kneipe gewohnt. Radau bis morgens um 4, selbst die Polizei hat nichts gemacht.
    Ob wir frühs aufstehen müssen weil wir zur Arbeit müssen ist allen egal.