Die Rabanus-Maurus-Schule feiert ihr Patronatsfest
FULDA Mit einem ökumenischen Festgottesdienst begannen die Feierlichkeiten zum Patronatsfest in der Aula der Rabanus-Maurus-Schule Fulda. Der Gottesdienst wurde von Monsignore Dr. Norbert Zwergel und dem evangelischen Pfarrer a. D. Hermann Langheinrich zelebriert.
Die beide Geistlichen, die in der selben Klasse das Abitur am Domgymnasium gemacht hatten, waren überdies auch zur Feier ihres goldenen Abiturjubiläums angereist.
Rabanus Maurus habe durch die Verknüpfung eines christlichen Menschenbildes mit der europäischen Kultur- und Grundlagensprache Latein maßgeblich zur Herausbildung einer europäischen Identität beigetragen, erklärte Schulleiter Matthias Höhl in seiner Festrede. Dass die Rabanus-Maurus-Schule als humanistisches Gymnasium auf Grundlage christlicher Werte versuche ihrem Namenspatron nachzueifern, zeige sich daran, dass Latein am Domgymnasium immer noch verbindliches Schulfach ist, Altgriechisch bis in die Oberstufe angeboten werde und insgesamt viel Wert auf die fremdsprachliche Ausbildung der Schüler gelegt werde.
Eine breite Bildung sei unerlässlich, um sich in einer immer „weiter werdenden Welt“ zurechtzufinden, betonte Höhl. „Wir versuchen das Beste in Verantwortung für unsere Schüler zu tun“, resümierte der Schulleiter.
Dr. Martin Gudd, der 1983 das Abitur am Domgymnasium abgelegt hatte, hielt einen Festvortrag mit dem Thema „Ein Hoch der Bildung – Ansichten eines ehemaligen Schülers“. Der studierte Geograph, der unter dem Namen Wetter-Gudd beim Radiosender FFH die Wettervorhersage liefert, verdeutlichte, dass er in seinem Alltag ständig auf Fähigkeiten und Kenntnisse zurückgreife, die er in den verschiedenen Schulfächern erlernt habe. Sogar das ungeliebte Latein habe sich als wichtiges und praktisches Instrument erwiesen. „Cirrus, Cirrocumulus, Cirrostratus – ohne Latein läuft bei den Wolken nichts“, kommentierte der Wetterexperte.
Das Fundament, dass mit der Schulbildung gelegt werde, vergehe nicht, betonte Martin Gudd. Dabei wendete sich der Naturwissenschaftler vor allem an die zukünftigen Abiturienten des Domgymnasiums: „Was man in der Schule gelernt hat, streift man nach dem Abi nicht ab.“ Vielmehr sei Bildung ein Grundstock, „damit es kontinuierlich weitergeht“.
Gute Beispiele dafür, welche Karrieren nach bestandener Reifeprüfung folgen können, lieferten die 63 noch lebenden Abiturienten des Abiturjahrgangs 1958. Viele akademische Titel konnte Schulleiter Matthias Höhl verlesen als er die Urkunden anlässlich des 50-jährigen Jubiläums an die ehemaligen Domgymnasiasten überreichte. Ebenfalls zahlreich vertreten waren die Abiturienten, die vor 25 Jahren ihren Gymnasialabschluss abgelegt hatten.
Die Big Band, die Chöre und das Orchester der Rabanus-Maurus-Schule trugen mit ihren musikalischen Beiträgen zur feierlichen Gestaltung des Patronatsfestes bei.
Von Anne Kramer
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