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9. Juni 2012



Biosphäre steigert Bekanntheit enorm

kru

Rhön
Dem Biosphärenreservat ist es gelungen, innerhalb eines Jahrzehnts bundesweit bekannter zu werden. Das ist das Ergebnis der aktuellen Allensbach-Studie, die im Jahr 2011 durchgeführt und jetzt präsentiert wurde.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die 15 deutschen Unesco-Biosphärenreservate ihren Bekanntheitsgrad von 2003 bis 2011 fast um die Hälfte – auf fast 62 Prozent – steigern konnten. Das Biosphärenreservat Rhön konnte dabei überdurchschnittlich hinzugewinnen. Unter allen deutschen Biosphärenreservaten kletterte das Mittelgebirge auf der Bekanntheits- wie auf der Akzeptanzskala bundesweit auf den vierten Platz.

Noch 2003 landete die Rhön auf dem achten Platz. An der Spitze steht das Biosphärenreservat Spreewald. Laut der Studie denkt inzwischen jeder dritte Deutsche, dem das Wort Biosphärenreservat überhaupt ein Begriff ist, an das Biosphärenreservat Rhön. Jeder vierte bekundet sein ausdrückliches Interesse am Biosphärenreservat Rhön. Bezogen auf die Bevölkerung bedeutet das, dass sich das Interessenten-Potenzial am Biosphärenreservat um fast zwei Drittel auf 16 Prozent ausweiten konnte. 2003 waren es noch 10 Prozent.

Dabei steht die Rhön am ehesten mit den Biosphärenreservaten Spreewald, Berchtesgadener Land, Wattenmeer, Flusslandschaft Elbe und der Schwäbischen Alb im Wettbewerb. Die Studie zeigt aber auch: Viele Menschen haben immer noch ein völlig falsches Verständnis von einem Biosphärenreservat – vor allem bei wirtschaftlichen Aspekten. Die Hälfte der Befragten glaubt zum Beispiel, dass sich in einem Biosphärenreservat keine Betriebe ansiedeln dürfen. Andere denken, in Biosphärenreservaten kann sich die Natur überall ohne jeglichen Eingriff des Menschen entwickeln.

Trotz des Erfolges, den die Studie belegt, sieht Torsten Raab, Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats, weiterhin Handlungsbedarf: So habe sich der Begriff „Biosphärenreservat“ als solcher noch nicht ganz durchgesetzt. Zu oft werde er noch mit Nationalpark, Naturpark, Landschaftsschutzgebiet und Naturschutzgebiet verwechselt. Raab hofft, in Zukunft schon mit kleinen Maßnahmen dazu beitragen zu können, die Besucher der Region stärker mit dem Biosphärenreservat vertraut zu machen.

Er schlägt außerdem vor, die touristische Werbung zusammen mit dem Begriff „Biosphärenreservat“ als einer Qualitätsregion zu verbessern. „Unser Biosphärenreservat und unsere einzigartige Landschaft tragen ein offizielles Prädikat, das uns nicht irgendjemand, sondern die Weltkulturorganisation Unesco verliehen hat. Dieses Prädikat müssen wir ganz anders in die touristische Waagschale werfen als bisher“, sagt Raab. Außerdem müsse das Biosphärenreservat dort beworben werden, wo viele Menschen zu erreichen sind, beispielsweise in Ballungszentren und auch in überregionalen Medien, um gezielt anspruchsvolle Gäste und Naturliebhaber für Reisen in die Rhön zu locken.


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