Bomben und Angst statt einer Geburstagsfeier
Von Ann-Katrin Göbel
Fulda
Kurz nach 13 Uhr fielen am 11. September 1944 die Bomben auf Fulda. Bislang unbekannte Fotos der Zerstörung durch die Luftangriffe vom 11. und 12. September 1944 werden seit Sonntag im Vonderau Museum gezeigt. Zeitzeuge Dr. Hans Malkmus berichtete von seinen Erlebnissen.
Knapp 20 Minuten dauerte damals das Inferno, das vor allem am Gemüsemarkt schwere Schäden hinterließ. Fotografien, die nach den Angriffen der US-Bomber aufgenommen wurden, sind im Jahr 2010 dem Stadtarchiv aus Privatbesitz angeboten worden. Notdürftig freigeräumte Straßen und Menschen bei der Trümmerräumung sind darauf zu sehen.
Schutz an einer Mauer
Bei der Eröffnung der Ausstellung „11. September in Fulda – Neue Bilder der Zerstörung“ berichtete Zeitzeuge Hans Malkmus von seinen Erinnerungen an die Luftangriffe. „Es war damals mein 18. Geburtstag“, erinnerte sich der heute 85-Jährige. Er war als Soldat in Erfurt stationiert und wurde beurlaubt, um in Fulda mit seinen Eltern und Freunden zu feiern. „Doch an diesem Tag wurde unsere schöne Barockstadt erheblich zerstört.“ Malkmus war in der Friedrichstraße unterwegs, um sich mit Freunden zu treffen. „Plötzlich gab es Fliegeralarm. Viele nahmen das aber gar nicht so ernst, weil Fulda noch nicht angegriffen worden war“, berichtete er. Schon kurze Zeit später hörte Malkmus das Dröhnen der Bomber, die über die Stadt flogen.
Er lief in Richtung Hauptwache und warf sich neben eine Mauer. Die ersten Bomben fielen auf das Stadtschloss, den Dom und die Friedrichstraße. „Ich bekam einige Splitter ab. Und ich lag, lag, und lag – bis es Entwarnung gab“, erinnert er sich. Große Sorgen habe er sich um seine Eltern gemacht – die Geburtstagsfeier war vergessen.
Nachdem er sich zu Hause versichert hatte, dass nichts passiert war, ging Malkmus erneut in die Stadt und sah dort das Elend und die Zerstörung. Beim Angriff am 12. September flüchteten seine Eltern auf den Pröbel, eine Anhöhe in Neuenberg. Dieser wurde jedoch an diesem Tag ebenfalls bombardiert, sein Vater erlitt Verletzungen am Bein. „Ich habe Glück, dass ich all das überlebt habe. Nun stehe ich hier und habe heute Geburtstag“, sagte Malkmus.
Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) dankte dem Zeitzeugen für seine Schilderungen und eröffnete die Ausstellung. „Ich denke, die Bilder werden vieles in Erinnerungen rufen“, sagte er. Die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung übernahmen Clara Berbée und Nina Reinhardt von der Musikschule der Stadt Fulda. Die Fotografien sind bis zum 16. Oktober im Vonderau Museum zu sehen.
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internet (19) | 12. September 2011;12.09.2011;1315827912 --> 12 September 2011
Gedankenlosigkeit im Vonderau-Museum?
Da beginnt die übrigens sehenswerte Foto-Ausstellung mit der Schlagzeile:
"Auch Fulda hat seinen 11. September!"
Was soll der in Fulda zu Besuch weilende US-Amerikaner denken - und nicht nur der - , wenn die Befreiungsleistung der USA im 2. Weltkrieg mit dem Terrorangriff vom Ground Zero gleich gesetzt wird?
Die Verantwortlichen der Stadt, die sich immer einer besonderen Verbundenheit zu Amerika rühmt, sollte dieses Plakat schleunigst korrigieren! -
Merker (82) | 12. September 2011;12.09.2011;1315820053 --> 12 September 2011
Leider kein Wort über die Ursachen! (2)
Dagegen war gestern der ständige Zeigefinger-Hinweis auf "amerikanische Bomber" und eine deutsche Opferrolle völlig überflüssig! Wir Deutsche waren Täter, und wir haben alles zu verantworten! Wir wollten den "totalen Krieg"!
Die amerikanischen Soldaten haben ihr Leben für die Befreiung Deutschlands und der Welt vom Naziterror riskiert! Und bis 1989 haben sie die Freiheit Fuldas gesichert! -
Merker (82) | 12. September 2011;12.09.2011;1315819993 --> 12 September 2011
Leider kein Wort über die Ursachen! (1)
Weder in der Ausstellung noch am Gemüsemarkt noch in der FZ! Natürlich waren es auch in Fulda unschuldige Opfer, derer mit Recht zu gedenken ist! Leider sehen das, wie die Teilnehmerzahl zeigte, nur ganz wenige Fuldaer so. Beschämend!










