Fulda +28°/+14°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
22. April 2008



41 Domgymnasiasten waren zum Schüleraustausch in China

FULDA Es begann mit einer E-Mail von der Deutschen China-Gesellschaft. Und nach kurzer Diskussion am Domgymnasium war man sich einig: Die Schule würde mit der Fengfan Middle School im chinesischen Hangzhou einen Schüleraustausch eingehen.

Und so besuchte eine 39-köpfige chinesische Delegation im Juni 2007 Fulda und Europa und zu Beginn der Osterferien machten sich dann 41 Domgymnasiasten der Jahrgangsstufen 8 bis 13 mit sechs Begleitpersonen, angeführt von Lehrer Christian Redweik, zum Gegenbesuch nach Hangzhou auf. „Wir waren überwältigt von der Herzlichkeit und der Organisation vor Ort. Wir sind eigentlich ständig eingeladen worden“, erzählt Redweik.
Hangzhou hat knapp sieben Millionen Einwohner und liegt etwa 150 Kilometer westlich von Shanghai. Die Schüler waren eine Woche lang in Gastfamilien untergebracht und nahmen am Unterricht teil. Eine weitere Woche verbrachte die Gruppe auf Studienreise, unter anderem in die Metropolen Shanghai und Peking sowie zur Chinesischen Mauer.
Die Austauschschüler wurden in Hangzhou aufs Herzlichste empfangen. Beim Besuch der Chinesen in Deutschland waren bereits Bekanntschaften entstanden, die sich in überschwänglichen Umarmungen zur Begrüßung äußerten. Auch in den Familien habe der Gast aus dem Ausland zumeist im Mittelpunkt gestanden. „Ich hatte zu meiner Gastschülerin schon ein gutes Verhältnis. Aber auch ihre Familie hat großes Interesse an mir, meiner Familie und unserer Kultur gezeigt“, erzählt die 19-jährige Martha.

„Man wird immer mit einem Lächeln begrüßt“


Die chinesische Kultur machte den Teilnehmern am Anfang zu schaffen. „Man musste sich an die fremde Kultur und die Eigenarten der Menschen gewöhnen“, gesteht Peter (17). Mit der Zeit gelang es jedoch, die westliche Brille abzulegen. Manches könnte man sich in Deutschland zum Beispiel von den Asiaten abschauen: „Man wird dort immer mit einem Lächeln begrüßt“, sagt Peter. Auch kulinarisch hatte China einige Herausforderungen zu bieten: „Es gab Leute, die alles probiert haben, ein paar Mädchen haben sich aber auch fast nur von Reis ernährt“, berichtet Martha. „Es war schwierig, sich nachher wieder an das deutsche Essen zu gewöhnen“, fügt der 17-jährige Marco hinzu.
Und dann war da noch ein Thema, das allen unter den Nägeln brannte: „Es gab wohl bei uns allen einen Abend, an dem wir über Tibet reden wollten“, sagt Marco. Die meisten Chinesen vertreten die Ansicht, dass die seit 1949 annektierte Provinz ein Teil der Volksrepublik sei. Das hänge aber auch mit der Zensur im chinesischen Staatsfernsehen zusammen. „Dort wurde zum Beispiel erzählt, dass der Fackellauf für Olympia ein Erfolg sei“, so Redweik – während in Paris und London Demonstranten den Lauf erheblich störten.
Schulleiter Matthias Höhl nennt den Austausch „ein mutiges Unterfangen“. Er ist aber von den positiven Wirkungen des Kontakts überzeugt. Redweik pflichtet ihm bei: „Veränderung erreicht man auf lange Sicht nur durch Annäherung.“ Im Juli 2009 wollen die Chinesen erneut nach Deutschland kommen.

Von Daniel Franzen



Leser-Kommentare ( 0 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden