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8. Juni 2012



EU-Pläne für Bahnhof Fulda entschärft

Von Volker Nies

Fulda
Aufatmen in Fulda und Osthessen: Der Deutschen Bahn ist es offenbar gelungen, die ursprünglichen EU-Pläne für einen Güterverkehrskorridor mit Vorfahrt für Güterzüge durch Fulda zu entschärfen. Der Personenverkehr durch Fulda, insbesondere der ICE-Verkehr, wird nicht beeinträchtigt. Es wird aber wohl mehr Güterzüge in der Nacht geben.

Die gute Nachricht für die Region brachte der Künzeller CDU-Verkehrspolitiker und Bahngewerkschaftler Hubert Heil aus dem Vorstand der Deutschen Bahn mit: Die Bahn hat demnach eine technische Lösung gefunden, wie sie deutlich mehr grenzüberschreitende Güterzüge zwischen Hamburg und Innsbruck auf die Gleise bekommt und die EU-Forderung nach einer Vorfahrt für Güterzüge erfüllt, ohne den Personenverkehr, insbesondere in Fulda, zu beeinträchtigen.

„Mit einem neuen Projekt, das bahnintern ‚next‘ heißt, gelingt es uns, den Gütervorrang umzusetzen, ohne den Personenverkehr zu beeinträchtigen. Durch eine Systematisierung und optimierte Prozesse konnten wir die Kapazität insgesamt erhöhen“, erklärt Dr. Michael Beck, Leiter Fahrplan- und Kapazitätsmanagement bei der DB Netz.

Zudem wird es nicht eine feste Nord-Süd-Trasse geben, auf welcher der Güterverkehr Vorrang bekommt. Hier ließen die Pläne der EU bisher davon ausgehen, dass Brüssel eine große Zahl zusätzlicher Güterzüge über Fulda leiten wollte. Die Deutsche Bahn wird den erwarteten zusätzlichen internationalen Güterverkehr nun aber auf mehrere Nord-Süd-Strecken verteilen, wie ein Bahnsprecher in Frankfurt bestätigte. Das gehe deshalb problemlos, weil der Güterverkehr in aller Regel nicht zwingend die kürzeste Verbindung brauche. Dem internationalen Güterverkehr bietet die Bahn in einem Katalog fertig ausgearbeitete Verbindungen („Katalog-Trassen“) an, für die sie bereits berechnet hat, dass es keine Beeinträchtigungen für den Personenverkehr gibt.

Sprecher der Region äußern sich zufrieden. „Fulda drohte, zum Nadelöhr zu werden. Wenn es so gut kommt, wie die Bahn sagt, ist das eine gute Nachricht für den Bahnstandort Fulda“, sagt Landrat Bernd Woide (CDU). OB Gerhard Möller (CDU) betont, ein funktionierender ICE-Knotenpunkt sei für die Stadt existenziell.

IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck erklärt, nicht nur der Tagungs- und Kongressstandort lebe von der erstklassigen ICE-Verbindung, sondern fast alle Unternehmen seien darauf angewiesen, schnell in alle Himmelsrichtungen zu kommen. Abwartend äußert sich die Europaabgeordnete Barbara Weiler (SPD). Die Wahl der Trassen sei Sache der Mitgliedstaaten. „Ob die Bundesregierung und der Bundestag das Konzept der Bahn unterstützen, kann ich jetzt nicht abschätzen.“ Weitere gute Bahn-Nachricht: Im Sommerfahrplan, der ab morgen gilt, bleiben alle 120 ICE-Verbindungen für Fulda erhalten, teilt Heil mit.


Leser-Kommentare ( 1 )
  • fulda900 (752) | 9. June 2012;09.06.2012;1339251625 --> 09 Juni 2012
    Erfreuliche Nachricht

    Die Nachricht ist sehr erfreulich, aber trotzdem heißt es weiter: Wachsam sein. Bei den EU-Abgeordneten und -Beamten ist man vor deren Dummheiten nie sicher. Natürlich ist es neben der Stadt Fulda auch für deren Stadtteile Petersberg und Künzell von Bedeutung.