Ein Königreich für 57,7 Millionen Euro
Von Volker Nies
Flieden
Die Gemeinde Flieden besitzt ein Vermögen von 57,65 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis der Eröffnungsbilanz, die die Gemeindevertreter einstimmig billigten. In den mit Stichtag 1. Januar 2009 ermittelten Vermögenswert stecken allein 22,6 Millionen Euro an Zuschüssen von EU, Bund, Land und Kreis.
Bürgermeister Christian Henkel (CDU) erläuterte, dass die Gemeindeverwaltung den Entwurf der Bilanz in eineinhalb Jahren akribischer Kleinarbeit, unterstützt von dem Fachbüro Schüllermann, erstellt habe. Die Gemeinde besitzt nach der Eröffnungsbilanz mit einem Eigenkapital von 15,4 Millionen Euro eine Eigenkapitalquote von 26,8 Prozent. Rechnet man die an die Gemeinde Flieden gezahlten Zuschüsse hinzu, liegt die Eigenkapitalquote sogar bei 66 Prozent. Diese Quote sei nach Einschätzung des beteiligten Fachbüros „mehr als angemessen“. Im Prüfbericht des Landkreises heißt es lobend, die Eigenkapitalquote trage „einer hohen Gesamtstabilität der Gemeinde Rechnung“. Der Fachdienst Revision des Landkreises spricht von einer „bedeutenden Eigenkapitalquote“.
Zum Bilanzstichtag Anfang 2009 hatte die Gemeinde Schulden in Höhe von 7,03 Millionen Euro. Dem standen flüssige Mittel von 2,92 Millionen Euro gegenüber. „Der hohe Wert an Zuschüssen zeigt, dass wir in Flieden Projekte meist erst dann angepackt haben, wenn wir die Förderzusagen hatten“, erklärte Dr. Fabian Tölle (CDU), Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. Er lobte, ebenso wie später die Fraktionsvorsitzenden Erhard Auth (CDU) und Winfried Möller (SPD), die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung für die akribische Arbeit, die in der Bilanz stecke. Möller betonte, die Zahlen seien nicht geschönt, was sich auch daran zeige, dass die Häuser der Gemeinde auf 40 Jahre abgeschrieben werden. Am Rande der Sitzung ergänzte Kämmereileiter Lothar Heil, Kindergärten würden auf 40 Jahre, die übrigen Gebäude auf 50 Jahre abgeschrieben. Bei einer Abschreibung auf 50 Jahre muss die Gemeinde jedes Jahr zwei Prozent des Anschaffungspreises erwirtschaften.
Die Bilanz enthält auch verschiedene Rückstellungen, darunter 2,84 Millionen Euro für Pensionen. Für die Erstellung der Eröffnungsbilanz hat die Gemeinde 44 000 Euro zurückgelegt. Die Bilanz soll auf Wunsch der CDU-Fraktion noch einmal in einer eigenen Sitzung Gemeindevertretern und Ortsbeiräten erläutert werden.
In Zahlen:
Gesamtvolumen: 57,65 Millionen
Sachanlagen: 52,57 Millionen
Straßen: 13,06 Millionen
Abwasseranlagen: 11,72 Millionen
Trinkwasseranlagen: 3,39 Millionen
Wald: 686 000
Gebäude
Bürgerhäuser und Heimatmuseum: 3,3 Millionen
Friedhofshallen und Friedhöfe: 1,87 Millionen
Feuerwehrhäuser: 1,53 Millionen
Freibad: 1,51 Millionen
Kindergärten: 1,31 Millionen
Brücken: 125 000
Fahrzeuge: 287 000
Maschinen: (darunter Schneeräumschild des Bauhofes, Rettungsschere und Blitzer) 198 000 Euro
Grundstücke: 9,49 Millionen (darunter unbebaute Grundstücke: 1,76 Millionen)
Beteiligungen: 158 000 Euro (darunter Geldwegeverband 88 000 Euro, Lokale Nahverkehrsgesellschaft 70 000 Euro; VR-Bank Flieden 150 Euro).
Wertvollste Einzelobjekte:
Rathaus: 2,1 Millionen Euro,
DGH Döngesmühle: 844 000 Euro;
DGH Schweben: 762 000 Euro
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