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19. Februar 2012



Endspurt in der neuen Kletterhalle

Von Ulrich Schmid

Petersberg
Fast 5000 bunte Plastikgriffe und -tritte schmücken die bis zu 14 Meter hohen Wände der neuen Kletterhalle, die am Samstag, 25. Februar, mit einem Tag der offenen Tür für Interessenten geöffnet wird.

Thomas Pausinger, Architekt des Gebäudes und Kletterer in Personalunion, freut sich, dass eine Idee nach insgesamt drei Jahren zur Wirklichkeit wurde. Vom III. bis zum X. Schwierigkeitsgrad reichen die Touren, die der Geschäftsführer der Kletterhalle, Tim Bartzik, zusammen mit den Kletterern der Sektion Fulda des Deutschen Alpenvereins (DAV) auf die Epoxidharz-Platten angebracht hat.

Die Platten müssen laut Pausinger derart stark verstrebt sein, dass sie den gleichzeitigen Sturz von fünf Kletterern à 100 Kilogramm aushalten. „Bis zehn Meter ist die Halle wettkampftauglich“, erklärt Pausinger und deutet auf die sogenannte Speedwand. Dort soll Bartzik, der auch über alpine Klettererfahrung verfügt (unter anderem Marmolada-Südwand), hin und wieder Wettkämpfe organisieren. Für Anfänger gibt es auch 15 Top-Rope-Routen, Anstiege, bei denen der Kletterer von oben gesichert wird und die maximale Fallhöhe auf die Seildehnung beschränkt bleibt.

„Es gibt einen sechs Meter ausladenden Überhang“, sagt Pausinger und zeigt auf die bereits installierte Route. Drei- bis viermal pro Jahr soll Bartzik die meist nur faustgroßen Plastikgriffe und -tritte versetzen, damit den Besuchern der Kletterhalle, die sich in unmittelbarer Nähe der Konrad-Adenauer-Schule befindet, nicht langweilig wird.

Hinter der eigentlichen Kletterhalle werden in dem insgesamt rund 500 Quadratmeter großen Gebäude auf vier Etagen zahlreiche Räume untergebracht. Von Sanitäranlagen, über Ausleihe und Archiv wird wohl auch noch in diesem Jahr die Geschäftsstelle der fast 3000 Mitglieder starken Sektion Fulda dort ihre endgültige Heimat finden. „Es ist enorm, wie stark sich die Mitglieder der Fuldaer DAV-Sektion mit Eigenleistungen in den Neubau eingebracht haben. Etwa 2800 Stunden haben die freiwilligen Helfer hier mitgewirkt. Der Verein hat durch den Kletterhallen-Neubau zu neuen Kräften gefunden“, sagt Pausinger.

Suche nach Sponsoren

Nach sechsmonatiger Bauzeit ist das etwa 1,2-Millionen-Euro-Projekt entstanden, in dem künftig nicht nur Kletterfreunde, sondern auch Schüler trainieren können. „Es gibt auch Turnschuh-geeignete Routen“, sagt Pausinger dazu. Wer sein Können allerdings ausreizen will, der wird wohl nicht um Reibungskletterschuhe herumkommen.
„Wir suchen noch Sponsoren für Bannerwerbung und freuen uns natürlich weiterhin über Vereinsmitglieder, die beim Endspurt, der immer eine gewisse Dynamik entwickelt, mit anpacken“, so Pausinger.

Ein sechs Meter hohes Rolltor soll im Sommer in der Halle für frischen Wind sorgen. Dass man an den Außenwänden der ansonsten mit Lärchenholz verkleideten Halle weitere Routen anbringen könnte, erwähnt Pausinger. Dafür seien die Mittel aber derzeit erschöpft. Draußen gebe es auch die Möglichkeit, eine Route zu installieren, in der man das Eisklettern üben könnte. „Der DAV und der Landkreis haben uns enorm unterstützt. Die Halle ist aber für jedermann geöffnet, für die Sektionsmitglieder aus Fulda gibt es aber natürlich Ermäßigungen“, sagt Pausinger.

Recht gemütlich präsentiert sich schon jenes Areal, in dem gebouldert wird. Das heißt, in dieser „Höhle“ klettert man in geringer Höhe, und 30 Zentimeter dicke Matten sorgen dafür, dass Abstürze beim „Grenzgang an der Schwerkraft“ bei Fall-Erfahrenen keine schlimmen Folgen haben.



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