Fulda +11°/+2°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
30. April 2012



Erster Schritt zu Wingenfelds Wiederwahl

Von Volker Nies

Kreis Fulda
Es ist noch nicht die Wahl, sondern erst die Entscheidung über die Ausschreibung der Stelle. Aber der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Heiko Wingenfeld (38, CDU) darf im Kreistag heute (ab 14 Uhr im Bürgerhaus Rothemann) auf eine breite Zustimmung hoffen und sich auf eine zweite Amtszeit als Vize-Landrat einrichten.

Vor sechs Jahren wurde Wingenfeld mit den Stimmen der Fraktionen von CDU und FDP gewählt, wobei es bei der Union einige Abweichler gab. Die Grünen enthielten sich, SPD und CWE stimmten mit nein.

Für die Kreistagssitzung heute beantragen CDU, Grüne und FDP vereint, die Stelle nicht auszuschreiben und Wingenfeld in der nächsten Sitzung, die am 21. Mai im Maritim in Fulda stattfindet, wiederzuwählen. Die SPD will diesem Antrag zustimmen.

Dass sich CDU, FDP und Grüne im Kreistag verbünden, ist nicht alltäglich. Für Wingenfelds Wiederwahl ziehen sie an einem Strang. „In der Grünen-Fraktion sind wir mehrheitlich der Meinung, dass er gute Arbeit macht. Er hört zu, nimmt Ideen anderer auf. Da wäre es falsch, Opposition nur um der Opposition willen zu betreiben“, sagt Grünen-Fraktionschef Helmut Schönberger. Es sei ein Stück politischer Kultur, auf parteipolitische Grabenkämpfe zu verzichten und zu prüfen, welche Ziele man vereint durchsetzen könne.

Ähnlich äußert sich FDP-Fraktionschef Mario Klotzsche: „Vor sechs Jahren haben wir Wingenfeld mitgewählt, weil wir hofften, dass er den Kreis modernisiert. Tatsächlich hat er viel bewegt. Die Altenhilfe ist neu organisiert, bei der Ärzteversorgung sind wir Pilot-Kreis in Hessen, mit der Sprachheilschule und der Schule für Erziehungshilfe in Petersberg schließen wir Lücken. Wingenfeld ist der richtige Mann“, sagt Klotzsche.

„Wingenfeld ist ein Glücksfall“

„Dass es uns gelungen ist, einen breiten Konsens herzustellen, zeigt, wie sehr Heiko Wingenfelds Arbeit geschätzt wird“, äußert CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Herr und schwärmt: „Er arbeitet sachbezogen, bringt keine unnötige Schärfe rein, kennt sich aus – er ist ein echter Glücksfall für den Kreis und gehört zu den jungen Leuten, die die CDU vorzeigen kann.“

Die SPD stimmt in den Chor mit ein: „Wir sehen seine Arbeit sehr positiv. Er besitzt hohe Sozialkompetenz und viel fachliches Können“, erklärt SPD-Vize-Fraktionschef Rolf Banik. Die SPD werde deshalb heute mit CDU, Grünen und FDP für den Verzicht auf eine Ausschreibung stimmen und im Mai „mit breiter Mehrheit, vielleicht sogar einstimmig“ für Wingenfeld stimmen, so Banik.

Die CWE hingegen wird heute mit nein stimmen. „Heiko Wingenfeld leistet solide Arbeit. Aber er steht für eine CDU-Politik, der wir nicht viel abgewinnen. In jedem Fall hätte man die Stelle ausschreiben sollen. Eine Wahl lebt von Alternativen. Deshalb verstehe ich das Vorgehen von Grünen und FDP nicht“, äußert CWE-Fraktionschef Thomas Grünkorn.

Wingenfeld freut sich über die sich anbahnende breite Mehrheit. „Das ist eine Anerkennung meiner Arbeit. Dafür bin ich dankbar. Dabei weiß ich, dass man es nie allen Recht machen kann“, sagt er. Die breite Unterstützung werte er als Auftrag, weiter Ansprechpartner aller Fraktionen zu sein. Über den Antrag, auf die Ausschreibung zu verzichten, wird geheim abgestimmt. Bei den Grünen werden nicht alle zwölf Abgeordneten für den gemeinsamen Vorschlag stimmen, kündigt Schönberger an.

Inhaltlich steht die Energiewende heute im Mittelpunkt. Dazu bringen CDU, Linke sowie SPD und Grüne gemeinsam Anträge ein, die darauf abzielen, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Die Sitzung ist öffentlich.


Leser-Kommentare ( 0 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden