Fehlende Zeugen verzögern Prozess
Von Anne Wunsch
Fulda
Der Prozess vor dem Landgericht gegen einen 34-jährigen Mann, der seine Ehefrau bei einem Besuch im Kosovo sexuell genötigt, gewürgt und geschlagen haben soll, dauert weiter an. Noch ist unklar, wann und ob Zeugen aus dem Kosovo gehört werden können.
Ursprünglich sollte gestern die aus Fulda stammende Ehefrau des Angeklagten von der Kammer gehört werden. Doch es kam anders – denn die Frage, ob und wann Zeugen aus dem Kosovo gehört werden können, hielt alle Verfahrensbeteiligten den ganzen Vormittag in Atem. Der 34-jährige Angeklagte soll seine Ehefrau im Juli 2011 sexuell genötigt und misshandelt haben.
Die Verteidigung hatte beantragt, mehrere Zeugen aus dem Kosovo zu hören, darunter Polzeibeamte, Familienmitglieder des Angeklagten und die Leiterin eines Frauenhauses. Gestern Mittag stand dann nach mehreren Telefonaten fest, dass die Zeugen eine Ladung erhalten hatten – ob und wann Visa beantragt wurden, konnte noch nicht geklärt werden. Die Situation sorgte bei den Verfahrensbeteiligten sichtlich für Unmut. „Wir warten hier auf irgendwen, der irgendwohin kommen soll“, sagte Knut Hillebrand, Vertreter der Nebenklage. „Wir wissen noch nicht einmal, ob die Zeugen überhaupt ein Visum brauchen.“
Der Prozess soll heute mit der Anhörung der Ehefrau fortgesetzt werden. Bis dahin soll geklärt worden sein, wann die Zeugen aus dem Kosovo einreisen können. Sollte sich dies noch über mehre Monate hinziehen, müsse beraten werden, ob der Prozess überhaupt fortgesetzt werden könne, sagte Richter Josef Richter. Der Angeklagte sitzt seit Februar 2012 in Untersuchungshaft.
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