Patronatsfest des Domgymnasiums
FULDA „Da haben wir in der Pause immer Ping Pong gespielt“, erinnerte sich einer der Jubilare beim diesjährigen Patronatsfest des Domgymnasiums Fulda.
Die Wiedersehensfreude war groß und die 235 ehemaligen Abiturienten, der Jahrgänge 1959 und 1984, die sich nach langer Zeit wiedersahen, schwelgten in Erinnerungen.
Seit einigen Jahren wird am Patronatsfest der Schule nicht nur an den Namensgeber Rabanus-Maurus gedacht. Es werden auch ehemalige Abiturienten ausgezeichnet.
Nach einem ökumenischen Gottesdienst, begrüßte der Schulleiter Matthias Höhl die 91 Schulabgänger des Jahrgangs 1959 und 144, die vor 25 Jahren ihr Abitur gemacht hatten, an ihrer „alten Schule“. In seiner Ansprache machte Höhl einen Ausflug in die Geschichte. Er erzählte aus dem Leben des Schulpatrons, der als Junge von seinen Eltern, unter dem Namen Hraban, ins Benediktinerkloster in Fulda geschickt wurde, um Lesen und Schreiben zu lernen. Nach einigen Jahren in Tours, dem Kultur- und Wissenschaftszentrum der damaligen Zeit, kehrte er mit neuem Namen nach Fulda zurück. Der „schwarze Rabe“, was Rabanus Maurus aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet, wurde Leiter der Klosterschule und machte diese in wenigen Jahren zum Zentrum einer allgemeinen christlichen Bildung. Bis heute, so Höhl, gebe der Schulpatron fundierte Leitlinien für die pädagogische Diskussion.
Auch einige kritische Worte
Dr. Alexander Jehn vom hessischen Kultusministeriums, der selbst vor 25 Jahren sein Abitur an der Rabanus-Maurus-Schule gemacht hat, kritisierte in seinem Vortrag, dass Eltern oft die Erziehung ihrer Kinder den Lehrern überließen. Jehn sagte, man dürfe Lehrer nicht immer zum Sündenbock machen. Auch in dem Pisa-Siegerland Finnland sei nicht alles Gold was glänzt. Bei einer Jugendstudie der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2004, bei der in 35 Ländern Schüler nach ihrer Freude an der Schule befragt wurden, landete Finnland auf dem letzten Platz, erläuterte Jehn. Die Bildungspolitik verglich Alexander Jehn mit einem V8-Motor, der nur brummt, wenn alle Schrauben richtig sitzen.
Anschließend bekamen die Abiturjahrgänge 1959 und 1984 ihre goldenen und silbernen Abitururkunden verliehen und hatten selbst ein Geschenk dabei. Raimund Henkel, aus der Abschlussklasse 1959 schenkte dem Schulleiter eine Darstellung von Rabanus Maurus aus der Schedelschen Weltchronik von 1493. Josef Rabanus, der 38 Jahre seines Lebens am Domgymnasium, erst als Schüler und später auch als Lehrer verbrachte sagte, dass eine Schule vor allem fröhliche Schüler brauche.
Zum Abschluss sangen der Chor und die Jubilare zusammen das Rabanuslied. Musikalisch sorgten das Streichorchester und die Bigband für Abwechslung.
Von unserer Volontärin
Carolin Markert
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