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2. November 2012



Förstina plant neue Lagerhalle

Von Volker Nies

Lütter
Förstina-Kunden können unter immer mehr Sorten auswählen. Der Mineralbrunnen muss immer mehr unterschiedliches Leergut lagern. Deshalb will er an seinem Sitz in Lütter für zwei Millionen Euro eine Lagerhalle bauen. Nicht alle Anlieger sind begeistert.

Auf dem Firmengelände des Unternehmens, das seit 1958 in Lütter Mineralwasser abfüllt und auf dem heute 350 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist es eng geworden. „Die Sortimentsvielfalt verlangt viel von uns. Wir lagern bereits Leergut in Welkers und Petersberg; das Be- und Entladen auf unserem Gelände ist mühsam. Die Abläufe sind schwierig und teuer“, klagt Förstina-Geschäftsführer Andreas Richardt.

Das Problem nehme seit 20 Jahren kontinuierlich an Brisanz zu. Um es zu lösen, brauche die Firma eine weitere Lagerhalle. „Ziel ist nicht die Expansion. Unser Marktsegment wächst nicht. Uns geht es um den Bestandsschutz“, sagt Richardt. Mit mehr Lagerkapazität könnten Abfüllanlagen effektiver laufen, da Förstina größere Chargen produzieren könne und die Maschinen seltener umgestellt werden.

Konkrete Baupläne für die Halle gebe es noch nicht, berichtet Richardt. In dem Antrag auf Änderung des Bebauungsplans geht Förstina davon aus, dass die Halle maximal 100 Meter lang und 55 Meter breit wird. Die Höhe soll zwischen 8,50 Meter an der Traufe und 14 Meter in der Spitze liegen. Gebaut werden soll im Überschwemmungsgebiet der Lütter. Der Baugrund, der direkt an das Firmengelände angrenzt, gehört Förstina bereits.
Das Unternehmen hatte 2003 schon einmal einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplans eingereicht, um in dem Bereich bauen zu können. Den Antrag hatte Förstina dann zurückgezogen, weil Fragen des Hochwasserschutzes offen geblieben waren. Richardt ist überzeugt, dass es heute technische Möglichkeiten gebe, so dass der Neubau in der Lütter-Aue die Hochwassergefahr nicht erhöhe.

In dem jetzt laufenden Bebauungsplanverfahren haben zahlreiche Bürger Einwände gegen das Förstina-Projekt vorgebracht. In Lütter kursieren Flugblätter, auf denen unter anderem vor mehr LKW-Verkehr und Lärm sowie sinkenden Häuserpreisen gewarnt wird. „Mehr LKW-Verkehr wird es nicht geben. Zwischen dem Lager und der Produktion planen wir für den Transport der Getränkekisten eine kleine, umbaute Schwebebahn“, kündigt Richardt an.
Eichenzells Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos) bietet dem Unternehmen und den Kritikern des Projekts an, sie zu einem Vermittlungsgespräch einzuladen.

„Förstina ist ein wichtiger Arbeitgeber für die Gemeinde und die Region. Das Unternehmen beweist soziale Verantwortung. Manche Vorbehalte der Nachbarn kann man vermutlich ausräumen, andere Sorgen, wie etwa die Frage, wie die Hochwasserfläche bebaut werden soll, scheinen berechtigt“, sagt Kolb. In dem Bebauungsplanverfahren würden die Einwendungen nun von einem Fachbüro geprüft, berichtet er. Eine zweite Offenlegung der Förstina-Pläne sei möglich. Die Frage, in welchem Zeitraum Förstina Baurecht bekommen und dann bauen könnte, sei deshalb völlig offen.


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