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4. Mai 2010



Gleichstellungstag: Antoniusheim traf auf Schüler

FULDA Am Mittwoch ist der Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Der erste Schritt zur Gleichbehandlung ist Begegnung. Den ging das Antoniusheim am Dienstag und traf Schüler des Domgymnasiums.

Der Kulturraum des Domgymnasiums war voll mit Menschen, 150 müssen es gewesen sein, die Luft war zum Zerschneiden. Doch die Schule wollte es eng: „Wir hätten auch in die Aula gehen können, da wäre mehr Platz gewesen“, sagte Religionslehrerin Angelika Greif. „Aber unsere Schüler und die des Antoniusheims sollten zusammensitzen.“ Darum ging es bei der gemeinsamen Aktion. Kein Nebeneinander, sondern Miteinander. Keine Interessengemeinschaft, sondern Zusammenarbeit.

Zauberwort Inklusion


Am Mittwoch ist der Europäische Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Der Termin am Dienstag im Domgymnasium war dafür eine Auftaktveranstaltung. Das Zauberwort des Morgens lautet Inklusion. Klingt eher nach Chemielabor, wurde aber im Kulturraum allenthalben in den Mund genommen. „Inklusion bedeutet, die Bedingungen für alle Menschen so zu schaffen, dass es kein Anders mehr gibt“, sagte Lysann Else, Schulleiterin der „Startbahn“, einer Schule zur Berufsfindung und -vorbereitung des Antoniusheims. „Bei Inklusion ist jemand nicht mehr sehbehindert, sondern wird beim Sehen behindert“, nannte sie als Beispiel. Es ging darum, wie Rahmenbedingungen aussehen sollen für ein Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung.

Mit der Begegnung fängt es an


Der erste Schritt sollte Begegnung sein. Das Antoniusheim betreut die Mensa im Domgymnasium, so entstand der Kontakt. Die Zehntklässler der Schule haben ein Sozialpraktikum hinter sich, das einige im Antoniusheim absolvierten. Das vertiefte das Ganze. Eine Schülerin zeigte sich erstaunt über die Zwischenmenschlichkeit dort. „Die haben einfach gefragt: ‚Hallo, wer bist du? Wie geht’s?‘“ Jedoch gab es auch kritische Stimmen unter den Schülern, eine Gleichstellung könne es nie wirklich geben. „Selbst wenn wir in dieselbe Schule gehen würden, es gäbe immer Differenzen. Wir würden nie über dieselben Dinge reden wie mit unseren Freunden“, sagte ein Zehntklässler. „Wir können Teile unserer Freizeit zusammen gestalten, aber wir könnten nie zusammen lernen“, sagte ein anderer. „Wir wollen keine Freundschaft erzwingen und auch kein Mitleid“, sagte St.-Antonius-Geschäftsführer Rainer Sippel, „wir wollen Sympathie“. Es entwickelte sich eine rege Diskussion auf engstem Raum im Kulturkeller. So wie gewollt.

tre



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