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15. Juli 2012



Fundamentbruch: Haus-Außenwand teilweise eingestürzt

sar

Fulda
Einen riesigen Schreck dürften die Mieter eines Mehrfamilienhaus am frühen Sonntagmorgen in Gläserzell bekommen haben. An dem Haus in der Gläserzeller Straße war gegen 4.30 Uhr ein Teil der Außenmauer eingestürzt.

Im Rahmen von Drainagearbeiten hatte eine Baufirma das Fundament rings um das Haus im Fuldaer Stadtteil Gläserzell freigelegt und unterhöhlt, berichtete THW-Zugführer Oliver Renz. "Klassischer Fundamentbruch." Der Baufachberater des Fuldaer Ortsverbandes zeigte sich überrascht über die Vorgehensweise der Sanierungsarbeiten an dem Unglückshaus. "Das hätte man ganz anders absichern müssen", erklärte Renz.

Das Regenwetter der vergangenen Tage tat bei dem Teileinsturz dann wohl durch den nassen, aufgeweichten Boden noch sein übriges. Verletzt wurde zum Glück niemand. Drei der vier Wohnungen in dem Haus wurden beschädigt. "Bei der Wohnung direkt an der Einsturzstelle fehlt ein Stück Außenwand", so Renz. Aber die Wand sei aufgrund einer inneren Verschalung noch verschlossen.

Aufgrund des Unglücks haben die Experten am Sonntagabend ein Betretungsverbot für das gesamte Haus ausgesprochen. Die betroffenen Mieter zeigten Verständnis für dieses Verbot und konnten bei Nachbarn und Verwandten unterkommen.

Das THW - unterstützt von sieben Feuerwehrleuten aus Gläserzell - war den ganzen Sonntag bis etwa 18 Uhr mehr als zwölf Stunden ehrenamtlich im Einsatz, um das Haus zu sichern und einen weiteren Einsturz zu verhinden. Dazu verfüllten die Einsatzkräfte den mit einem Kleinbagger ausgehobenen Graben erst einmal mit Schotter und stützten das Haus dann mit so genannten Drehböcken ab.

"Solche nicht fachgerecht durchgeführten Arbeiten am Fundament kommen immer mal wieder vor", erklärte Thomas Hinz. Der Einsatzleiter der Feuerwehr sprach von "ganz großem Glück", dass nicht mehr bei dem Einsturz passiert ist. "Mit so etwas ist nicht zu spaßen." Hinz wies daraufhin, dass Arbeiten am Fundamenten nur von Fachfirmen durchgeführt werden sollten.

Am Montag werden sich Fachfirmen, Architekten und Statiker das Haus ansehen, um die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Laut Thomas Hinz muss das Gebäude aber wohl nicht abgerissen werden.


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