Gefährdung durch Windenergieanlagen?
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Rhön
In Zusammenarbeit mit der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises wurde das Monitoring der Fledermaus-Winterquartiere fortgesetzt. Dabei ist im Milseburgtunnel das große Mausohr nachgewiesen worden.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen der Milseburgtunnel und die Bergwerksstollen sowie Felsen- und Gewölbekeller in der Rhön. Seit der Öffnung des Milseburgradweges im Sommer 2003 steht dieser im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Während die Fahrradfahrer den Tunnel gerne länger nutzen wollen, sehen einige Naturschützer eine Gefährdung der Fledermäuse, die dort Winterschlaf halten. Eine erste Kontrolle der Fuldaer Fledermausschützer Ende des vergangenen Jahres brachte ein überraschendes Ergebnis. „Mit neun verschiedenen überwinternden Fledermausarten ist der Milseburgtunnel mit Abstand das artenreichste Winterquartier im Landkreis“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Überraschend war in diesem Winter der erstmalige Fund einer Mopsfledermaus im Tunnel.
Diese Art ist zusammen mit den ebenfalls im Quartier angetroffenen Bechsteinfledermäusen, Breitflügelfledermäusen und Große Mausohren nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie besonders geschützt, weil sie vom Aussterben bedroht sind. Daneben suchen Wasserfledermäuse, Fransenfledermäuse, Braune Langohren, Bartfledermäuse und Zwergfledermäuse den Milseburgtunnel als Winterquartier auf.
„Verantwortlich für diesen Artenreichtum ist vor allem das Klima im Tunnel“, erklärt Stefan Zaenker, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda. „Es gibt hier im Winter vom Ost- bis zum Westeingang ein starkes Temperaturgefälle, so dass viele Arten mit unterschiedlichen Quartieransprüchen einen optimalen Platz für den Winterschlaf finden.“ Die seltene Mopsfledermaus bevorzuge sehr kalte Quartiere. Die Art wurde in der hessischen Rhön in den letzten Jahren nur im Gewölbekeller einer Burgruine nachgewiesen. Das Forstamt Hofbieber hat für diese Fledermausart eine Artenpatenschaft übernommen, die zum Ziel hat, die Waldlebensräume der nächtlichen Jäger zu schützen.
Im Rahmen dieses Projektes und der Diskussion über regenerative Energien sollte genau geprüft werden, an welchen Standorten Windkraftanlagen aufgestellt werden können, ohne dass seltene Fledermausarten davon betroffen sind. Hintergrund ist laut Zaenker die Tatsache, dass den Fledermäusen auf Grund der hohen Druckunterschiede im Bereich der Rotoren die Blutgefäße um die Lunge platzen und die Tiere dann an inneren Blutungen sterben. „Da die meisten Fledermausarten im Wald vorkommen, sollte insbesondere dieser Lebensraum frei von Windkraftanlagen bleiben.“, fordert die Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz. Nähere Informationen im Internet.
Leser-Kommentare ( 1 )
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Fulda1964 (16) | 10. January 2012;10.01.2012;1326185119 --> 10 Januar 2012
Windkraftanlagen auf dem Mond?
Ich mag Fledermäuse, ohne Frage, aber den Wald für Windräder deshalb komplett auszuklammern? Ob solche Flächen Federmausgebiete sind entscheiden die Gutachter. Ansonsten müssten ja auch ICEs und Autobahnen raus aus dem Wald. Der nächste will sie nicht in seiner Kulturlandschaft, es wird sich immer jemand finden, der sagt ich bin dafür, aber nicht hier.










