Günther Beckstein stellt sein Buch „Die Zehn Gebote“ vor
Von Petra Heurich
Uttrichshausen
Sein Buch „Die zehn Gebote“ hat der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein am Samstag in Uttrichshausen vorgestellt. Darin beschäftigt er sich mit dem Spannungsfeld zwischen politischen und theologischen Themen.
In lockerer und verständlicher Art beantwortete Günther Beckstein die zahlreichen Fragen der Besucher. „Das Amt des Pfarrers ist anders als das des Politikers“, betonte der Franke. Er unterstrich, dass es sich bei seinem Buch um kein theologisches handele, machte aber deutlich, dass ihm das Christ-sein im Politischen genauso wichtig sei wie im Privaten. Als Christ müsse er sich immer fragen, ob er sein Handeln vor Gott verantworten kann, egal ob als Politiker, Rechtsanwalt, Ehemann, Vater oder Kirchenvorstand. Der einzige Unterschied bestehe in den verschiedenen Rollen, die mit unterschiedlichen Aufgaben verbunden seien.
In den Christus-Treff nach Uttrichshausen war Beckstein auf Einladung von Fritz Schroth, Mitglied der Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern, gekommen. Er erläuterte, mit den „Zehn Geboten“ das Spannungsfeld zwischen theologischen und politischen Themen aufarbeiten zu wollen.
„Die zehn Gebote der Bibel bieten mir Orientierung“, sagte das Kirchenmitglied. Hier finde man deutliche Anweisungen, Maßstäbe und Leitplanken für ein gelingendes Leben. „Sie bieten Orientierung – gerade in einer Zeit, in der viele den Verlust von Werten beklagen, aber nicht wissen woher diese Werte kommen sollen“, betonte der ehemalige Ministerpräsident.
Am meisten habe er als Ministerpräsident gegen das dritte Gebot verstoßen: Du sollst den Feiertag heiligen. „Und darüber ärgere ich mich auch am meisten“, gesteht er. Beckstein zeigte sich überzeugt, dass es weniger Burnout-Kranke gebe, würde man den Sonntag einhalten.
Das vierte Gebot – Du sollst Vater und Mutter ehren –, bezog Beckstein auf den Generationenvertrag, der die Basis der gesetzlichen Rentenversicherung bilde: die gegenseitige Achtung und Unterstützung der verschiedenen Generationen. Keimzelle und Grundlage der Gesellschaft sei die Familie. Er sprach sich als Anhänger des Betreuungsgeldes für Eltern aus, die mit der Erziehung der Kinder auf Lebensstandard verzichteten. Er sprach von einer unschätzbar wertvollen Arbeit, die Eltern leisteten, die ihre Kinder zu Hause erziehen und nicht schon nach einem Jahr in eine Kita geben.
Alle Gebote zu erörtern, dafür blieb Beckstein keine Zeit. Dass er die zahlreichen Zuhörer neugierig gemacht hatte, davon zeugte die Schlange am Verkaufsstand des Buches. Die hier gekauften Exemplare signierte Beckstein alle persönlich. Alexander Pauli, Gemeinschaftspastor der Gemeinden Heubach und Uttrichshausen, dankte dem Redner für sein Kommen.
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