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28. November 2010



HR meets RMS: Bigband-Sound vom Feinsten

FULDA
Schule einmal ganz anders gab es zur besten Unterrichtszeit für die Schulgemeinde der Rabanus-Maurus-Schule (RMS), wo die hr-Bigband in der Aula gastierte und gemeinsam mit der schuleigenen Bigband für ein kaum überbietbares musikalisches Ereignis sorgte.

Wenn auch der Moderator, Dr. Jürgen Schwab, die gewiss opulente Aula der Fuldaer Schule mit ihren vollbesetzten Rängen gar mit der Mailänder Scala verglich, so ging es an diesem Vormittag nicht um Verdi oder Puccini, Donizetti oder Bellini, sondern um Bigband-Sound vom Feinsten. Alles produziert von den 13 Musikern des Hessischen Rundfunks, aber auch von der Schul-Band unter der bewährten Leitung von Robert Klier. Wie aber kam es zu HR meets RMS?

„Für die hr-Bigband ist Nachwuchsförderung ein wesentlicher Bestandteil ihres Engagements“, heißt es in einer Broschüre des Senders, wo auch steht, wie Schulbands es erreichen, dass das Profiorchester bei der jährlichen Schultour Station macht wie in diesem Jahr vor Fulda auch in Michelstadt, in Frankfurt und in Gießen.

Zunächst jedoch musste die vollständig versammelte Schulgemeinde auf die Band und ihren Auftritt warten. Das aber war gar nicht schlimm, weil inzwischen die hauseigenen „Bigbandler“ plus Sängerin Marta Santek (bei „How high the moon“) mit zwei Titeln ihre Klasse beweisen konnten, bevor – auch das eine Eigenart solcher Meetings – Tony Lakatos mit seinem Saxofon und Trompeter Axel Schlosser sich zur RMS-Band gesellten und für die ersten Bravos sorgten.

„Jazz ist eine Männerdomäne“

Danach hieß es Bühne frei für die Profis und „orchestralen Jazz auf höchstem Niveau“, wie es zu lesen und hier zu hören war. Und alles live, ohne Verstärker bei den 13 Bläsern, quasi handgemacht. „Die machen ganz schön Lärm“, freute sich der Moderator, der den richtigen Gesprächston fand, didaktisch gut drauf war, so dass die jungen Zuhörern ganz nebenbei erfuhren, wie zum Beispiel Swingen geht oder was ein Riff ist und „wie so was aufgebaut wird“. Worauf Schlagzeug und einzelne Instrumentengruppen zeigten, wie sich „Caravan“ musikalisch in Bewegung setzt.

In der Abteilung „Schüler fragen, der Modertor antwortet“ interessierte, was ein Instrument kostet, wie hoch das Durchschnittsalter ist, was Musiker verdienen, wie man in die Bigband kommt und, worauf Dr. Schwab schon gewartet hatte: „Warum spielt keine Frau mit?“ Die Antwort kam, wie aus der Pistole geschossen. „Weil Frauen nicht gut genug sind“, erklärte der Moderator und wiegelte angesichts des grummelnden Protests im Plenum ab: „Das stimmt natürlich nicht, aber Jazz ist immer noch Männerdomäne, und es hat sich keine beworben“.

Titel raten durften die Zuhörer auch noch beim Fortgang des Konzerts, bevor das Finale den Höhepunkt brachte, zumindest für zwei Fuldaer Nachwuchsmusiker. Die durften nämlich zum Finale auf ihren Instrumenten als Solisten glänzen, wobei die Frankfurter „nur“ als Begleitband agierten. Viel Beifall gab es für Robert Bienröder (Piano) und Maurice Wroblewski (Trompete) bei ihrem gelungenen „Heimspiel“. Dankesworte an die Adresse der Band und RMS-Bandleader Robert Klier für die Vermittlung gab es namens der Schulleitung von Hiltrud Jahn.


Von unserem Mitarbeiter
Wolfgang Hohmann



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